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…Landesmuseum für Vorgeschichte
Das Landesmuseum für Vorgeschichte, seit 2008 neue Heimat der Himmelsscheibe von Nebra, ist eines der führenden archäologischen Museen Mitteleuropas. Neben verschiedenen Sonderausstellungen (auf der Fotografie hier das Banner zur letzten Sonderausstellung “Elefantenreich”, welche nun in Bonn zu bestaunen ist) beherbergt das Museum verschiedene Funde Sachsen-Anhalts vom Paläolithikum bis zur Frühbronzezeit. Die Fundstücke werden in zeitlicher Folge – vom Beginn der Steinzeit bis zur Frühbronzezeit – ausgestellt. In den folgenden Jahren wird die Dauerausstellung nach und nach erweitert. Den chronologischen Endpunkt bilden das Mittelalter und die Frühe Neuzeit.
Im ersten Ausstellungsraum werden die Funde des Paläolithikums ausgestellt. Die Sammlung ist eine der ältesten und umfangreichsten ihrer Art in Europa. Einige der bekanntesten Inventare von Fundstellen wie Bilzingsleben, Neumark-Nord, Gröbern, Königsaue und Ranis sind hier zu sehen. All diese Orte besitzen einen besonderen Stellenwert für das Verständnis des Paläolithikums in Mitteleuropa. Besonders beeindruckend ist hier die Rekonstruktion des Pfännerhaller Mammuts. Es zählt zu den ältesten Mammut-Fossilien in Mitteldeutschland (Meller 2006, 48).
Zum Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. machten sich in Mitteleuropa einheimische Kulturen allmählich mit einem neuen Werkstoff vertraut: Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn. Unmittelbare Voraussetzungen für den Beginn einer Metallzeit waren die Einbindung in das Distributionsnetz alpiner Kupfererze und der Anschluss an das sich über Südost- und Südeuropa ausbreitende technische „Know How“. Das verbindende archäologische Merkmal der mitteleuropäischen Frühbronzezeit ist die Bestattungssitte, Verstorbene in „gehockter“ Position zu begraben. Sie wird gut nachvollziehbar aus dem heimischen jungsteinzeitlichen Erbe an die erste Metallzeit weitergereicht und spiegelt damit die Beibehaltung religiöser Konzepte wider. Sicher Jedem bekannt ist die Himmelsscheibe von Nebra, die samt ihrer Beifunde in einem eigenen Raum ausgestellt werden.
Literaturtipp: H. Meller (Hrsg.), Lebenswandel. Früh- und Mittelneolithikum. Begleithefte zur Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Halle 2008).
Unser Fazit: Ein Besuch im Landesmuseum Halle lohnt sich. Auch für die kleinen Gäste gibt es jede Menge zu entdecken. Die Ausstellungsstücke samt ihrer Erklärungen werden durch die Zeichnungen von Karol Schauer ergänzt. Nicht nur für Archäologen oder Interessierte lohnt ein ein Besuch, auch Technikfans kommen auf ihre Kosten. Kurz um: die Dauerausstellung ist auch was fürs Auge!
Die Informationen stammen aus dem Begleitheften zur Dauerausstellung und der Homepage des Landesmuseums.
Alexandra Südekum M.A. , Wasserleben, 2011.
