Zusammenfassung

Abschließend seinen an dieser Stellen die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und im Bezug auf den bestatteten Personenkreis und die Funktion der Grabhügel gedeutet. Betrachtet man die Anzahl der Grabhügel und die Tatsache, dass neben dieser Bestattungsform auch noch Flachgräber üblich waren, wird deutlich, dass nicht Jedem diese Bestattungsweise zu teil geworden ist. Bezieht man die Arbeitsaufwand hinzu, Johannes Müller hat 2001 in diesem Zusammenhang eine interessante Berechnung zur Energiebilanz veröffentlicht, liegt der Schluss nahe, dass es sich um Führungseliten handelt. Für Osteuropa wurden die Kurgane gar als Begräbnisplätze einer Reiter- bzw. Kriegerelite definiert, in denen nur der Häuptling und seine Gefolgsleute beerdigt worden sind. Da jedoch auch Frauen und Kinder bestattet worden sind, bin ich zu der Auffassung erlangt, dass es sich bei dem Personenkreis zwar um eine gewissermaßen höher gestellten Schicht handelt, doch der Hügel in einer Form, vergleichbar mit den aus der Neuzeit bekannten Familiengruften zu verstehen ist. Gegen Königsgräber spricht schon allein die enorme Anzahl der Hügelgräber auf einer geringen Fläche. Neben der Beherbergung der Toten haben die Hügel noch wesentlich mehr Funktionen. Zum einen Markieren sie das Territorium. Diese Monumente waren längst nicht nur für die eigene Bevölkerung sichtbar. Es folgt der Schluss, wo sich Gräber befinden, müssen auch Menschen leben. Zum anderen dienten diese vermutlich auch als Markierung für die Landschaft, als Orientierungspunkte. Wichtiger jedoch ist die Funktion, die sie in der Gemeinschaft erfüllten. Die Errichtung eines Hügels wird sicher nicht von einer Person allein bewältigt worden sein, sondern von einer Gruppe, vielleicht von der ganzen Gemeinschaft. Diese Arbeit zeugt von einer gemeinschaftlichen Fürsorge für einander, sowohl für die Toten als auch die Erbauer der Hügel. Denn die Arbeit derer, die mit dem Bau beschäftigt waren durfte sicher nicht vernachlässigt werden und musste gegebenenfalls von Anderen übernommen werden. Aschespuren sind Indizien für eine Art gemeinschaftliche Totenfeier, die dem Verstorbenen zu Ehren abgehalten worden ist. Die Bestattung eines Gesellschaftsmitgliedes, die Errichtung seiner letzten Ruhestätte und die Instandhaltung oder auch Weiternutzung dieser, ist mit einer Ahnenverehrung vergleichbar.

Alexandra Südekum, Halle/Saale, 2009.

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