18. Juli 2013

Prof. Dr. Harald Meller (Landesarchäologe Sachsen-Anhalt) referiert über „Bedeutende Neufunde rund um den Harz“.

Das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts und besonders die Region rund um den Harz stellt mit seinen zahlreichen archäologischen Hinterlassenschaften eine äußerst reiche Fundlandschaft dar, die innerhalb Deutschlands ihresgleichen sucht. Faktoren, die zur Siedlungsgunst und somit zum enormen archäologischen Fundniederschlag beitrugen, waren neben den ertragreichen Böden und den Salzquellen vor allem die zentrale Lage an Fernhandelswegen, die die Menschen in ein überregionales Kommunikationsnetz einbanden und schon früh an einem gleichsam internationalen Gütertausch teilhaben ließen.

In dem Vortrag werden bedeutende Neufunde der letzten Jahre vorgestellt, die im Vorfeld geplanter Baumaßnahmen durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie untersucht wurden. So werden die im Jahr 2005 entdeckten Familiengräber von Eulau, die von einer 4500 Jahre alten Tragödie zeugen, ebenso thematisiert wie der Fundplatz von Salzmünde mit einer bemerkenswerten Neunfachbestattung, die nach wie vor Rätsel aufgibt und ab November in einer Sonderausstellung gezeigt wird. Weiterhin werden Befunde erörtert, die im Vorfeld des Baus der Bundesstraße B6n zutage gekommen sind wie die in Westerhausen aufgedeckte, etwa 5000 Jahre alte Grablege eines Mannes, den sieben Rinder ins Jenseits begleiteten. Auch das 2011 entdeckte Massengrab von Lützen der Schlacht des Dreißigjährigen Krieges von 1632, das fernab der Geschichtsschreibung individuelle Schicksale offenbart, soll den Zuhörern vorgestellt werden.

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