20. November 2012

Letzter Vortragsabend in diesem Jahr:

Norma Literski M.A. von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird „Eine runde Sache – Goseck und die
neolithischen Kreisgrabenanlagen Europas“ vorstellen. Kreisgrabenanlagen sind während dem beginnenden
Mittelneolithikum (ab ca. 4900 v. Chr.) ein weit verbreitetes Phänomen in Mittel- und Osteuropa. Die
Konstruktionselemente sind immer große, mit hohem Aufwand errichtete, runde Gräben, Palisadenringe im Inneren
sowie einer oder mehrere Zugänge. Im Detail gleicht allerdings keine Anlage der anderen, weshalb eine allgemeine,
für das gesamte Kreisgrabenphänomen gültige Interpretation bisher problematisch erscheint. Durch die
unbefriedigende Forschungssituation wird dies noch erschwert, denn die meisten bekannten Anlagen sind nur durch
Luftbilder, geomagnetische Prospektionen und/oder kleine Testgrabungen erfasst. Die Kreisgrabenanlage von
Goseck, Lkr. Burgenlandkreis, zählt zu den wenigen vollständig ausgegrabenen Bodendenkmalen dieser Art.

Franziska Knoll M.A. von der Friedrich-Schiller-Universität Jena nimmt die Gäste mit auf eine Reise „Zwischen
Mykene und Pompeji – Wandmalerei in Mittedeutschland während der 1. Hälfte des 1. Jt.s v. Chr.“ Die
Wandmalerei der späten Bronze/frühen Eisenzeit ist eine zwar bekannte, aber bislang wenig beachtete Erscheinung.
Die Ursache ist vor allem dem Baumaterial geschuldet – die meist unansehnlichen Überreste der prähistorischen
Lehmarchitektur können leider nur allzu oft schwer ihrem ursprünglichen Kontext zugeordnet werden. Und im
Gegensatz zu den – in der Regel figürlichen – Darstellungen der „Hochkulturen“ wie der römischen oder mykenischen
Wandmalerei, sind im mitteldeutschen Raum geometrische Motive wiedergegeben, deren Anordnung und Abfolge
sich wie ein großes Puzzle nur schwer zusammensetzen lässt. Die Referentin wird die mitteldeutschen Funde
vorstellen und anhand derer aufzeigen, wie „farbenfroh“ die Vorzeit tatsächlich war.

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