Wir werden digital …

Das Museum
Das Heimatmuseum Osterwieck, gegründet am 7. Dezember 1930, befindet sich im ehemaligen Rathaus der Stadt aus dem Jahr 1554. Im Erdgeschoss, in dem sich bis März 2012 die umfangreiche prähistorische Sammlung mit einer kompletten Schlagwerkstatt, bearbeiteten Steinwerkzeugen und zwei Gräbern befand, ist die neue Sonderausstellung „Der Osterwiecker Rat und die Reformation“ untergebracht. Das angrenzende sogenannte Fallsteinzimmer, zuvor für wechselnde Sonderausstellungen genutzt, dient zurzeit als Arbeitsplatz für unser Digitalisierungsprojekt und gleichzeitig als Schaudepot. Hier werden u.a. die Exponate   der prähistorischen Sammlung digitalisiert. Eine Wendeltreppe aus Eichenholz führt vom Erdgeschoss bis zum Dachboden. Im großen Ratssaal findet der Besucher die Abschrift einer Ratstabula von 1227 bis 1933, den Osterwiecker Hochzeitsteller von 1480 und einen Kamin-Kachelofen aus Meißner Kacheln. Ebenfalls zu sehen sind eine komplette Schusterwerkstatt und eine Waffenkammer. Im Bürgermeisterzimmer befinden sich ebenfalls viele Ausstellungsstücke der Osterwiecker Ortsgeschichte, wie das Osterwiecker Ledergeld und einheimische Trachten.

Heimatmuseum Osterwieck (Quelle: Alexandra Runschke M.A.)

Heimatmuseum Osterwieck, Markt 1 38835 Osterwieck (Quelle: Alexandra Runschke M.A.)

Das Projekt
Mit dem Projekt ist die Zielstellung verbunden, wesentliche Exponate digital zu dokumentieren und gleichzeitig die Daten auf der Online-Plattform www.musuem-digital.de anderen Museen sowie Wissenschaftlern, aber auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Wir verfolgen gleich mehrere Ziele: primär geht es um die digitale Sicherung unserer Bestände als Grundlage für Nutzungskonzeptionen und neue Ausstellungen. Darüber hinaus wird neben der Präsentation unseres Hauses im Netz auch ein wichtiger Beitrag für Forschung, Bildung und Kulturförderung geleistet. Dank der Digitalisierung können Objekte aus unserem Bestand sowohl für die Öffentlichkeit als auch Forschung mit den dazugehörigen Informationen bereitgestellt werden. Unser Bestand wird recherchierbar und darüber hinaus dauerhaft zugänglich sein. Für unser Projekt erhielten wir vom Landesverwaltungsamt, Referat Kultur, Landesmittel aus dem Förderbereich Museen. Bewilligt wurden zwei Projektabschnitte für jeweils sechs Monate. Damit bekommt das Museumsteam die benötigte fachkundige Unterstützung.

 
Los geht’s  …
Die Sammlung unseres Hauses geht auf das Engagement des Heimatdichters Fritz Gille und des Lehrers Paul Eisert zurück. Der Kern des musealen Bestandes bildet aber die einst private Sammlung des Kantors Johannes Mäntz aus der benachbarten Ortschaft Deersheim. 1939 konnte seine Sammlung in unseren Bestand aufgenommen werden. Die von Mätz wohl einst sorgfältig aufgenommenen Objektinformationen und Fundortangaben sind leider im Laufe der Jahrzehnte abhandengekommen. Auch die neu aufgenommen Stücke sind nicht hinreichend dokumentiert. In den letzten Jahrzehnten ist es also in der musealen Basisarbeit zu einem Bearbeitungsstau gekommen, der mühevoll aufgearbeitet werden muss.
Zuerst galt es sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Dokumentation bzw. der Inventarisierung zu verschaffen. Die Ausgangssituation war ungünstig. Ein Inventarisierungssystem war nicht vorhanden. Inventarnummern, wenn vergeben, sind entweder nicht mehr an den Objekten vorhanden oder mehrfach vergeben worden. Eine Zuordnung der Objekte war daher selten möglich. Priorität hatte daher vorerst das Inventarisierungskonzept. Doch welches Inventarisierungsprogramm ist für unser Hause geeignet.  Eine kostenpflichtige Software kam für uns jedenfalls nicht in Frage! Im engen Austausch mit den Mitgliedern der AG Digitalisierung vom Museumsverband Sachsen-Anhalt entschieden wir uns für eine gänzlich neue Vorgehensweise. Wir inventarisieren und digitalisieren direkt mit www.museum-digital.de ohne den Umweg mit einer „reinen“ Digitalisierungssoftware zu gehen.

 
Mehr über unsere Erfahrungen und Vorgehensweise und den kompletten Artikel findet ihr  in der Heimatzeitschrift „Zwischen Harz und Bruch“, Heft 70 – März 2013. Hier wird das Digitalisierungsprojekt im Heimatmuseum Osterwieck ausführlich vorgestellt. Den  Schwerpunkt bildet besonders die innovative Vorgehensweise, die beispielhaft für die analoge und digitale Erfassung musealer Bestände gerade kleinerer Häuser ist. Die Erfahrungen aus unserem Pilotprojekt sollen auch anderen Häusern als Hilfestellung dienen.

Ansprechpartner Projekt Digitalisierung:

Alexandra Runschke M.A.

a.runschke@stadt-osterwieck.de

039421/29441

Alexandra Runschke M.A., Osterwieck (2013).

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