Harzmuseum Wernigerode

Harzmuseum Wernigerode, Klint 10

Harzmuseum Wernigerode, Klint 10

Das Harzmuseum in Wernigerode befindet sich in einem ursprünglich als Wohnhaus im Jahre 1821 errichteten Gebäude, gelegen im Areal der ältesten Siedlungsfläche der Stadt, dem Klint. Ab 1963 zählt das Museum vielmehr zu Jenen mit naturwissenschaftlichen Charakter.

Dieses Konzept änderete sich jedoch im Zuge der umfangreichen Rekonstruktions- und Sanierungsarbeiten, die bis 2001 abgeschlossen wurden. Die Daueraustellung ist in zwei große Themenbereiche untergliedert worden. Zum einen in einen naturwissenschaftlichen und zum anderen in einen auf Stadtgeschichte orientierten Bereich. Ersterer ist nicht auf die Stadt Wernigerode begrenzt, vielmehr wird hier der gesamte Harzraum vorgestellt. Die Geologie und Entstehung des Harzes, der Bergbau z. B. in Claustal-Zellerfeld und der Lebensraum Wald stehen in den ersten Räumen im Mittelpunkt. Als besonderslten sehenswert gelten im Haus die Fossilien, Minerale und Gesteine, die die erdgeschichtliche Entwicklung dokumentieren. Im zweiten Ausstellungsbereich werden vor allem Objekte der Stadtgeschichte ausgestellt. Einige wenige Funde zeugen von einer frühen Besiedlungsphase breits im Neolithikum. Leider sind keine weiteren Zeugnisse der Ur- und Frühgeschichtlen Epochen ausgestellt. Verschiedene Gemälde zeigen die Stadt Wernigerode im Wandel der Zeit. Auf Schautafeln werden die ausgestellten Objekte in den historischen Kontext eingefügt. Besondere Beachtung fand auch das Zimmermannshandwerk mit den Werkzeugen und den unterschiedlichen Stilen der Baukunst. Auch die Hasseröder Brauerei kommt in der Ausstellung nicht zu kurz. Hier wird ein kurzer Einblick in die Geschichte des Bieres und deren Bedeutung für die Stadt geben. Historische Fotographien zeigen die Hasseröder Brauerei in den verschiedenen Entwicklungsstadien.

Die Ausstellung ist auch optisch ansprechend. Die Ausstellungkonzeption ist durch eine klare Struktur geprägt. Die Objekte sind in rundum gläsernden Schaukästen ausgestellt und die dazugehörigen Schautafel sind von schlicher Natur. Kleinere Gimmicks, wie eine – durch Begungsmelder ausgelöste – sich bewegende Wasserpumpe oder das durch Kopfdruck ausgelöste Vogelgezwitscher der heimischen Vogelarten erfreuen nicht nur die kleinen Museumsbesucher.

Darstellung des Bergbaufestes

Darstellung des Bergbaufestes

Unser Fazit: Ein Besuch im Harzmuseum lohnt sich allemal. Hier kommen besonders Jene auf ihre Kosten die sich nicht nur für die historischen Fakten rundum den Harz und Wernigerode interessieren. Besonders gefallen hat uns die Veranschaulichung der verschiedenen Fachwerkstile an Hand der Fotographien der Bauten aus Wernigerode – hier handelte es sich sowohl um historischen Aufnahmen im unrestaurierten Zustand alsauch um Aufnahmen nach solchen Maßnahmen aus dem Jahr 1999. Leider ist die Ur- und Frühgeschichte ziemlich kurzgekommen – auch hier wäre eine erklärende Schautafel nett gewesen – doch das schmälert den Besuch keinesfalls.

 

Harzmuseum Wernigerode

Klint 10, 38855 Wernigerode

Tel: 03943. 654 450

Alexandra Südekum, Wasserleben 2011.