Der Stralsunder Friede (1370) – Die Vorgeschichte und ein Rezess vom 25.02.1370

Marco Chiriaco M.A., Der Stralsunder Friede (1370) – Die Vorgeschichte und ein Rezess vom 25.02.1370 (Markkleeberg, 2007).

I. Einleitung

Welch eine Unverschämtheit, wird man sich vielleicht bei der ersten Betrachtung der Bedingungen des Friedens von Stralsund vom 24.05.1370 n. Chr. denken.

Wie konnte ein Städtebund dazu in der Lage sein, einer Territorialmacht einen Frieden zu diktieren, der in die souveräne Selbstbestimmung bei der Königswahl einer Nation dermaßen eingreift?

Diese Frage soll in der vorliegenden Arbeit nicht beantwortet werden. Vielmehr soll die Vorgeschichte, also die Dekade vor dem Friedensschluss betrachtet und dann anhand eines Rezesses untersucht werden, wie die Bedingungen für den Frieden aussahen. Diese Betrachtungen erheben aufgrund ihrer Kürze nicht den Anspruch auf Vollständigkeit; sie sollen nur einen ersten Einblick in die Thematik geben.

Als Hauptquelle stand ein Hanserezess zu der Versammlung von Stralsund vom 25.02.1370 zur Verfügung, ebenso die vorhandenen Schriftstücke zum 24.05.1370 aus dem Hansischen Urkundenbuch.

Der Forschungsstand lässt sich schlecht abschätzen. Bei der Auswahl der zitierten Publikationen fiel mir auf, dass sie sich teilweise fast auf das Wort gleichen, obwohl zwischen den Publikationen fast ein Jahrhundert liegt.

Meine These lautet: Die Hanse ist im letzen Viertel des vierzehnten Jahrhunderts auf dem Zenit ihrer Macht und ihres Einflusses angelangt. Sie besitzt zu diesem Zeitpunkt eine solche Dominanz, die ihr die Möglichkeit gibt, einer Territorialmacht den Krieg zu erklären und einen Frieden zu diktieren, der seinesgleichen sucht. Die Möglichkeit des Eingriffes in die dänische Königswahl ist ein nicht unwichtiger Faktor und die Möglichkeit, Dänemark auf Kurs zu halten. Dabei sind weniger territoriale, sondern eher machtpolitische und wirtschaftliche Interessen der steuernde Faktor.

 

 

II. Der historische Rahmen: Die Auseinandersetzungen zwischen Hanse und Dänemark

 

a. Waldemar IV. von Dänemark

Waldemar war der jüngste Sohn von König Christoph II.[1] und wurde um etwa 1320 n. Chr.  geboren. Sein Beiname „Atterdag“ bedeutet soviel wie ´nächster Tag´, was in etwa mit ´der Zögerliche´ übersetzt werden kann.

Er gelangte 1340 auf den dänischen Königsthron, nachdem dieser für acht Jahre verwaist war. Der Grund dafür lag bei seinem Vater, Christoph II., der sich, um die in Dänemark seit 1313 wütenden Bauernaufstände zu beendigen, große Geldsummen bei den mächtigen Grafen von Holstein lieh; im Gegenzug verpfändete er eine königliche Burg nach der anderen an die Herren von Holstein, zuletzt sogar große Teile des dänischen Kronlandes. Nach dem Tod seines Vaters wurde kein neuer König gewählt. Graf Gerhard von Holstein[2] versuchte mit allen Mitteln in Dänemark eine feudale Struktur nach kontinentaleuropäischem Vorbild zu erschaffen. Dies gelang ihm jedoch nicht. Im Jahre 1340 wurde Gerhard ermordet, überall im Land erhoben sich die Bauern und schlugen die holsteinischen Besatzer zurück.

Seine ersten Bestrebungen lagen in der Rückgewinnung der dänischen Kronlande. Er fand dabei Unterstützung bei anderen auswärtigen Mächten, die an einer stabilen politischen Position Dänemarks Interesse zeigten, so zum Beispiel die Städte der Hanse, da es während der dänischen Krise zu negativen Auswirkungen auf den Ostseehandel gekommen war.[3]

In den folgenden zwanzig Jahren setzte er dieses Vorhaben in die Tat um. Dabei ging er meist rücksichtslos und intrigant vor. Waldemar zwang den aufständischen Adel, der sich mit den Bauern verbündet hatte, zur Unterwerfung unter das Königtum. Auch sollte er in den folgenden Jahren die Streitkräfte in ihrem Umfang erheblich ausbauen. In den folgenden Jahren gelang es ihm, durch geschicktes und rücksichtsloses Vorgehen die dänischen Kronlande auszulösen. Wo das nicht gelang, wurden ehemals verpfändete Burgen mit militärischer Gewalt unterworfen. Die notwendigen Gelder für seine Unternehmungen trug die Bevölkerung, die unter immer höheren Steuern zu leiden hatte. Außerdem verkaufte Waldemar das zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts von den Dänen besetzte Estland an den Deutschen Orden.[4]

 

b. Der erste Krieg gegen Dänemark 1361/1362

Der erste Grund für das Ausbrechen dieses Konfliktes war die Beschneidung der Privilegien der hansischen Kaufleute aus Schonen gewesen.[5] Hansische Kaufleute betrieben auf der Halbinsel Skanör in Falsterbo einen regen Handel mit dem dort gefangenen Hering, der in großen Schwärmen an dieser Region vorbeizog. In Falsterbo entwickelte sich im Laufe der Jahre eine Messe, die Schonenschen Messen, auf denen Handelsgeschäfte im großen Stil abgeschlossen wurden. Diese Geschäfte wurden von hansischen Kaufleuten aus dem Ostseeraum dominiert.[6]

Schonen wurde 1360 n. Chr. von Waldemar eingenommen. Dazu findet sich ein Vermerk in der Chronik des Detmar:

„konink woldemer van denemarken besammelde en grot heer, unde sprak, he wolde se bringhen, dar goldes unde sulvers ghenoch were, dar de swine eten ute den sulveren trogen …“[7]

Waldemar, der die Privilegien als Minderung seiner Rechtshoheit sah, versuchte diese Bevorrechtigung fremdländischer Kaufleute mit allen Mitteln zu brechen; so wurde selbst vor Vertragsbrüchen, Erpressung und sogar Raub nicht zurückgeschreckt. 1361 n. Chr. kam es zu Verhandlungen zwischen den Hansestädten in Greifswald; gegen eine Bezahlung von viertausend Mark konnten die Städte noch einmal die hansischen Vorrechte sichern.[8]

Der zweite, durchaus wichtigere Grund für das Ausbrechen des Konfliktes aber war die am 27. Juli 1361 n. Chr. erfolgte Landung des dänischen Königs auf der Insel Gotland. Das gotländische, aus Bauern bestehende Herr wurde in kurzer Zeit geschlagen; ebenso ergab sich die Hansestadt Wisby nach kurzer dänischer Belagerung. Als Signal in Richtung der Hanse könnte die schnelle Privilegierung von Wisby zu verstehen sein; die Hanse reagierte allerdings anders, als von Waldemar vielleicht erwartet: Der dänische König wurde mit einem Kriegszug bedacht. Verbündete auf hansischer Seite waren die Könige von Norwegen und Schweden als auch die Grafen von Holstein sowie der Deutschordensstaat.[9] Zur Kostendeckung des Kriegszuges wurde die Erhebung eines Pfundzolles beschlossen; eine Streitmacht wurde aufgestellt, die sich wie folgt aufgliedern sollte:[10]

Städte Koggen Schniggen
Schuten
Mann Werke Bliden
Lübeck

6

6

600

1

1

Hamburg

2

0

200

0

0

Rostock, Wismar

6

6

600

1

1

Stralsund, Greifswald

6

6

600

1

1

Kolberg, Stettin, Anklam

6

6

600

0

2

Bremen

1

0

100

0

0

Kiel

0

1

40

0

0

gesamt:

27

25

2740

3

5

 

Die Flotte überfiel und plünderte die Stadt Kopenhagen und belagerte danach, allerdings ohne Erfolg, die Festung Helsingborg. Durch die Entscheidung, die Festung mit allen zur Verfügung stehenden Männern einzunehmen, wurde die Flotte schutzlos zurückgelassen und von Waldemar vernichtet bzw. aufgebracht.

Das Ergebnis war ein Waffenstillstand mit Dänemark, der die meisten hansischen Privilegien, Rechte und Freiheiten bestätigte. Waldemar ging wohl darauf ein, da er sich zu diesem Zeitpunkt noch mit Norwegen und Schweden im Krieg befand. Überfälle und Spannungen von dänischer Seite aus belasteten das Verhältnis jedoch maßgeblich.[11]


c. Der zweite Krieg gegen Dänemark 1367-1370

Willkürmaßnahmen, Schikanen und Gewalttätigkeiten von Seiten Dänemarks behinderten schon bald nach 1363 n. Chr. den hansischen Handel in dänischen Gebieten. Anfangs noch zögerlich, reagierten die Städte der Hanse bald erneut auf die Angriffe Waldemars.

Im November 1367 n. Chr. fand ein Hansetag in Köln statt. Nach achttägigen Verhandlungen kam es am 19. November zu einem Kriegsbündnis gegen Dänemark und Norwegen. In der Folgezeit schlossen sich 57 Städte von Preußen bis zur Zuidersee dem Bündnis an; ebenso gehörten dem Bündnis, welches als ´Kölner Konföderation´ bekannt werden sollte, auch Städte aus Holland und Seeland an.

Zu den wichtigsten Beschlüssen gehörten die erneute Erhebung eines Pfundzolls und die Festlegung von Militärkontingenten. Ferner wurden Sanktionen gegen Städte abgefasst, die sich dem Bündnis nicht anschließen wollten bzw. dagegen verstießen. Seefahrt fand nur noch in bewaffneten Konvois statt. Von Dänemark und Waldemar wurden Reparationszahlungen in Höhe von 150.000 Mark reinem Silber verlangt – eine Summe, die Dänemark sicherlich nicht aufbringen konnte.

Die Festlegung des Militärkontingentes sah folgende Leistungen vor:[12]

Städte Koggen Schniggen
Schuten
Mann Werke Bliden
Lübeck

3

0

300

2

2

Rostock

2

0

150

0

2

Stralsund

2

0

200

1

2

Wismar

1

20

100

0

2

Stettin

1

0

80

0

1

Greifswald

1

0

60

0

1

Kolberg

1

0

40

0

0

Preußische Städte

5

0

500

0

0

Hamburg

1

0

100

0

0

Zuiderseestädte

1

0

100

0

0

Seeland

2

0

200

0

0

Kampen

1

2

150

0

0

gesamt:

21

22

1980

3

10

 

Über den genauen Verlauf der Gefechte und Kriegshandlungen soll hier nicht weiter eingegangen werden. Die Allianz war jedoch militärisch äußerst erfolgreich, so dass es letztlich zu Friedensverhandlungen kommen musste.[13]

 

III. Der Friede von Stralsund

 

a. Die Quelle: Rezess zu Stralsund – 25.02.1370

Die Vorgänge um den Frieden zu Stralsund und die Versammlungen dort sind heute durch Urkunden und Rezesse überliefert. Ferner stehen die Urkunden aus dem Hansischen Urkundenbuch zur Verfügung.

Der Schwerpunkt der Betrachtung soll auf dem Rezess vom 25.02.1370[14] n. Chr. liegen. Der Rezess findet sich im Band eins der Edition ´Rezesse und andere Akten der Hansetage von 1256-1430´ und findet sich dort unter der Nummer 522. Einzelne Teile dieses Rezesses sollen übersetzt und so die Beschlüsse, sofern die für die Auseinandersetzung mit Dänemark wichtig sind, aufgezeigt werden.

 

1. Einleitung

“Anno Domini 1370 festo Walburgis congregati in Stralessundis domini consules civitatum maritimarum: Lubeke …; Stralessundis …; Gripeswoldis …; Stetyn …; Colberghe …; Stargardie …; de Livonia, de Riga …; de Tarbato …; de Revalia …; de Pruscia, de Culmine …; de Thorun …; de Elbingho …; de Dantzeke …; de Campen …; de Sirixe …; de Brele …; de Herderwik …; de Zutphania …; de Elborch …; de Stauria …; de Dordraco et Amsterledamme …; de Deventria …”

Hier wird angegeben, wer sich auf der Versammlung eingefunden hat und anwesend ist, und zwar haben sich die Ratssendeboten von Lübeck, Stralsund, Greifswald, Stettin, Kolberg, Stargard, Riga, Dorpat, Reval, Kulm, Thorn, Elbing, Danzig, Kampen, Zierikzee, Briel, Harderwyk, Zütphen, Elburg, Staveren, Dordrecht, Amsterdam und Deventer versammelt. Diese sind die Vertreter der ´civitatum maritimarum´, der Küstenstädte.

 

2. Beschlüsse

Unter Punkt 1. haben die versammelten Städte beschlossen, die Kölner Förderation aufrecht zu erhalten: „… dat se blyven willen bi der ordinancien, de tho Colne gemaket ward …“

Des Weiteren wir vereinbart, dass über das Pfundgeld Rechenschaft abgelegt werden soll, welches eingenommen worden ist („… und so schal een jewelik syne vullen rekenschop bringhen van dem puntgelde …“).  Ferner wird festgelegt, wie die Erstattung bzw. der Beschwerdeweg bei Schäden ist, die bei einer Reise nach Schonen oder Dänemark anfallen. Demnach darf kein Bürger einer Hansestadt in Schonen gerichtet werden, die Vögte konnten aber weiterhin die Gerichtsbarkeit ausüben („… dar schade af kumpt, mit deme willen it de meine stede richten; mer weme wat schelet, de schal it syneme voghede claghen …“). Es wird verboten, über die betreffenden Dinge weder zu reden noch zu handeln, bis die Städte wieder zusammen gekommen sind. Außerdem darf niemand auf Schonen Hering salzen mit Ausnahme der Fischer, die schon früher dort Hering gesalzen haben („… dat nemand uppe Schone haringh sollten schal uppe dem strande, ane de vischere, de oldinghes dar ghesolten hebben …“). Ferner haben alle Städte gebeten, schadlos und ohne Gefahr durch die Dänen, alle Wege besegeln zu können. Es wird beschlossen, dass jeder seine Bürger warnen sollte, damit diese zu vier genannten Orten segeln können (Evakuierungsmaßnahme im Angriffsfall?). Gotland wird angewiesen, in seiner Stadt (gemeint ist wohl Wisby) ebenfalls Pfundgeld zu kassieren und nach Ablauf eines Jahres nach dem Michaelistag zu übergeben. Die Städte Hamburg, Bremen, Dordrecht und Amsterdam werden angewiesen, ab jetzt Pfundgeld zu bezahlen. Amsterdam und Dordrecht werden angewiesen, ihr Pfundgeld jährlich nach Lübeck zu schicken, wie die Städte geschworen haben.

Es werden also in erster Linie Beschlüsse getroffen, die das Pfundgeld betreffen. Ferner wird der Verkehr wieder frei gegeben und evtl. auftretende Schäden im Vorfeld abgeklärt, bzw. der Beschwerdeweg bei solchen. Dänemark werden verschiedene Punkte diktiert, wie z. B. der Umgang mit dem Hering auf Schonen und die weitere Privilegierung hanseatischer Kaufleute in dänischem Gebiet (mit der Aufforderung, diese schadlos zu halten).

Dem Rezess folgen Kopien verschiedener Briefe[15]. Der dänische Reichsrat urkundet über den mit den Hansestädten geschlossenen Frieden. Er überlässt den Hansestädten die vier Festungen Skanör, Falsterbo, Malmö und Helsingborg auf fünfzehn Jahre und gibt ihnen diese in Verwahrung.

 

b. Einordnung der Beschlüsse

Der Rezess vom 25.02.1370 n. Chr. gibt einen kleinen Ausblick auf den Stralsunder Frieden zwischen Dänemark und den Städten der Hanse, wie er am 24.05.1370 n. Chr. in Stralsund besiegelt wird.[16] Diesem eigentlichen Friedenschluss gingen eine ganze Zahl Vorverhandlungen voraus. An diesem Rezess lässt sich schon erkennen, dass die Hanse als Organisation es hier mit einem Regenten aufnimmt – eine bis dato einmalige Angelegenheit. Kriege und Fehden finden bis dato unter Territorien statt – die Hanse in ihrer Struktur war dies jedenfalls nicht.

 

c. Inhalte des Friedens von Stralsund

Im Friedensvertrag von Stralsund regeln Vertreter der Hanse in erster Linie ihre Angelegenheiten, nämlich solche des Handels und des Verkehrs. Territoriale Fragen sind nur von sekundärem Interesse. So diktieren die Städte keinen territorialen Anspruch, z.B. auf Schonen oder Gotland; sie wollen nur freien Handel führen können. Ausübung des Handwerks werden geregelt, ebenso profane Dinge wie der Fischfang in dänischen Gewässern. Kein Bürger einer Hansestadt darf von einem dänischen Richter gerichtet werden. In einem zweiten Vertag wird festgelegt, dass die vier Sundfestungen Skanör, Falsterbo, Malmö und Helsingborg sowie zwei Drittel ihrer Einkünfte an die Städte der Hanse fallen. Diese Vereinbarung galt für fünfzehn Jahre. Ferner waren die Kriegskosten zu ersetzen.

Besonders problematisch und dreist ist wohl die Bedingung, bei der Wahl des dänischen Königs mitbestimmen zu können. Hier mischt sich die Hanse als Städtebund wiederum in Angelegenheiten einer fremden Territorialmacht ein – eine ungeheure Beschneidung der dänischen Thronwahl.

Der dänische König wurde verpflichtet, das Gesamtwerk mit seinem großen Reichssiegel zu besiegeln, was er allerdings nicht tat. Er siegelte nur mit seinem Geheimsiegel, worüber allerdings hinweg gesehen wurde.[17]

 

 

IV. Schlusswort

 

Die Hanse gelangte am Ende des vierzehnten Jahrhunderts im Ostseeraum zu einer Machtposition, wie es sie wohl selten gab. Die Städte kontrollieren jetzt nicht nur den Handel und die Seewege, sie haben nun auch die Möglichkeit, in die dänische Thronfolgewahl einzugreifen. Damit sichern sie sich indirekt einen Teil der Macht über Dänemark. Durch Kontrolle der Wahl des Thronfolgers können sie bis zu einem bestimmten Grad sichergehen, dass der neue König im Sinne der Hanse handeln würde.

Im Sinne der Hanse – das ist wohl ein Schlagwort bei der Betrachtung der Vorgänge im Jahre 1370 n. Chr. Die Entscheidungen, die der Rezess wiedergibt und die sich auch im nachfolgenden Friedensvertrag finden, berühren in keinster Weise die Interessen der verbündeten Territorialherrscher. Die Hanse sichert sich vielmehr ihre Privilegien im Handel und baut diese weiter aus. So darf kein Bürger einer Hansestadt von dänischen Richtern gerichtet werden – ebenfalls ein unglaublicher Eingriff in die dänische Souveränität. Dies zeigt sich ebenso in der nicht geforderten Abgabe von dänischen Gebieten; Dänemark darf seine Territorien unter Anerkennung der aufgelegten Bedingungen erhalten.

Die Hanse ist auf dem Höhepunkt ihrer Macht angelangt und nutzt diese Möglichkeiten in vollem Umfang aus. Sie trotzt dem dänischen König ebenso wie ihren Verbündeten – der Anfang vom Ende?

 

 

V. Literaturliste

 

Bohn, Robert: Dänische Geschichte, Wissen in der Beck´schen Reihe 2162, München 2001.

 

Fritze, Konrad: Seekriege der Hanse, Berlin 1989.

 

Schäfer, Dietrich: Die Hansestädte und König Waldemar von Dänemark – Hansische Geschichte bis 1376, Neudruck der Ausgabe von 1879, Aalen 1970.

 

Schildhauer, Johannes: Die Hanse – Geschichte und Kultur, Leipzig 1984.

 

Wernicke, Horst: Der Stralsunder Frieden von 1370 – Höhepunkt hansischer Machtentfaltung oder ein Ereignis unter vielen?, in: Der Stralsunder Frieden von 1370 – prosopographische Studien, hrsg. von Nils Jörn, Ralf-Gunnar Werlich und Horst Wernicke, Quellen und Darstellungen zur hansischen Geschichte N.F. Band 46, Köln 1998.

 

 

 

VI. Quellenliste

 

Koppmann, Karl (Hg.): Die Recesse und andere Akten der Hansetage von 1256-1430,  Band 1, Leipzig 1870.

 

Kunze, Karl (Hg.): Hansisches Urkundenbuch 1361 bis 1392, Band 4, Halle 1896.

 

Detmar von Lübeck: Chronik des Franciscaner Lesemeisters Detmar nach der Urschrift und mit Ergänzungen aus andern Chroniken, Die lübeckischen Chroniken in niederdeutscher Sprache Band I, hrsg. von F. H. Grautoff, Hamburg 1829.

 

 

 

VII. Abbildungsnachweis

 

Abb. I

Schildhauer, Johannes: Die Hanse – Geschichte und Kultur, Leipzig 1984, S. 58.

 

Abb. II

Schildhauer, Johannes: Die Hanse – Geschichte und Kultur, Leipzig 1984, S. 60.

 

Abb. III

Schildhauer, Johannes: Die Hanse – Geschichte und Kultur, Leipzig 1984, S. 61.

 


[1] 29.09.1276 (*) – 02.08.1332 (†), dänischer König (1320-1326 & 1329-1332).

[2] Gerhard III. von Holstein-Rendsburg, auch ´de groote Gert´ (der große Gerd) oder auch ´den kullede greve´ (der kahlköpfige Graf), um 1293 (*) – 1340 (†).

[3] Bohn, Robert: Dänische Geschichte, Wissen in der Beck´schen Reihe 2162, München 2001, S. 28-30.

[4] Bohn, Robert: Dänische Geschichte 2001, S. 30.

Schildhauer, Johannes: Die Hanse – Geschichte und Kultur, Leipzig 1984, S. 43.

Vgl. Schäfer, Dietrich: Die Hansestädte und König Waldemar von Dänemark – Hansische Geschichte bis 1376, Neudruck der Ausgabe von 1879, Aalen 1970, S. 127-179.

[5] Fritze, Konrad: Seekriege der Hanse, Berlin 1989, S.118.

[6] Schildhauer, Johannes: Die Hanse 1984, S. 43-44.

[7] Detmar von Lübeck: Chronik des Franciscaner Lesemeisters Detmar nach der Urschrift und mit Ergänzungen aus andern Chroniken, Die lübeckischen Chroniken in niederdeutscher Sprache Band I, hrsg. von F. H. Grautoff, Hamburg 1829, S. 282.

[8] Schildhauer, Johannes: Die Hanse 1984, S. 44.

[9] Wernicke, Horst: Der Sralsunder Frieden von 1370 – Höhepunkt hansischer Machtentfaltung oder ein Ereignis unter vielen?, in: Der Stralsunder Frieden von 1370 – prosopographische Studien, hrsg. von Nils Jörn, Ralf-Gunnar Werlich und Horst Wernicke, Quellen und Darstellungen zur hansischen Geschichte N.F. Band 46, Köln 1998, S. 4-6.

[10] Nach: Fritze, Konrad: Seekriege 1989, S.120.

[11] Wernicke, Horst: Der Stralsunder Frieden 1998, S. 6-7.

[12] Nach: Fritze, Konrad: Seekriege 1989, S.126.

[13] Fritze, Konrad: Seekriege 1989, S.123-132.

Wernicke, Horst: Der Stralsunder Frieden 1998, S. 8-12.

[14] HR I, Nr. 522.

[15] HR I, Nr. 523, 524, 526, 527, 530.

[16] Vgl. HUB IV, Nr. 341-351.

[17] Bohn, Robert: Dänische Geschichte 2001, S. 31.

Schildhauer, Johannes: Die Hanse 1984, S. 47.

Schäfer, Dietrich: Die Hansestädte 1970, S. 127-179.

Abb. III Urkunde des Stralsunder Friedens 1370

Abb. III Urkunde des Stralsunder Friedens 1370

Abb. II Städtebündnis 1361

Abb. II Städtebündnis 1361

Abb. I König Waldemar IV. und Königin Helwig

Abb. I König Waldemar IV. und Königin Helwig

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