„museums and the internet“

Auch dieses Jahr wurde vom 26.05 bis 27.05.2011 wieder zur MAI-Tagung, diesmal in das Schiffahrtsmuseum Bremerhaven, geladen.

Die Initiatoren der seit 2001 jährlich veranstalteten MAI-Tagung haben es sich zur Aufgabe gemacht den Teilnehmenden über die, dem Museen maßgebenden, Erneuerungen im Internet zu informieren. Das Augenmerk des Veranstalters, dem Landschaftsverband Rheinland, liegt insbesondere auf den Kommunikations-, Präsentations-, Werbe- und Marketingmöglichkeiten.

Für den Tagungsbeitrag von 110 Euro – für Studenten und Volontierende jedoch lediglich 40 Euro – bekam man eine der üblichen Tagungsmappen mit allerhand nützlichen Informationen, Getränke während der Pausen und das Mittagessen am Donnerstag dazu. Für weitere 20 Euro konnte an einem der angebotenen Workshops zum Thema „Museum und Social Web“, „Apps im Museum“ oder „kooperative Arbeit“ teilnehmen.

Insgesamt bestand die Tagung aus sechs Blöcken, aufgeteilt auf zwei Tage, einschließlich der Workshops. Auftakt der Vortragsreihe war Block I zum Thema Games-Videos-Apps /// Neue Formen der Medienkommunikation für Museen. Im ersten Vortrag berichteten Hans Diers, Kunsthalle Bremen und Jörg Engster, die Informationsgesellschaft mbH Bremen über die Welt hinter den Bildern – Entwicklung und Vermarktung eines Online-Spiels für die Kunsthalle Bremen. Hierbei handelt es sich um Spiel für Kinder, dass es in naher Zukunft zu kaufen geben wird. Spannend war auch der Beitrag von Dirk Finger und Doerthe Ramin, form-art.tv, Berlin über Für und Wider des Video-Marketing für Museen. Fragen nach der Finanzierung und des Arbeitsaufwandes, ebenso nach einer möglichen Erhöhung der Besucherzahlen stand hier im Mittelpunkt. Hingewiesen wurde deutlich auf die Problematik in Urheberrechtsfragen. Im Anschluss folgte der Vortrag von Dorian Ines Gütt, Berlin über App vs. Web – Museale Inhalte für Smartphones. Weltweit gibt es bisher mehr als 230 Apps zum Thema Museum und die Zahlen steigen. Die Referentin informierte über den Unterschied von Apps und mobilen Internetseiten und deren Nutzen für die Einrichtungen und Konsumenten.

Im zweiten Block ist zum Thema Digitalisieren – Dokumentieren – Präsentieren referiert worden. Klaus-Peter Kiedel, Deutsches Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven sprach über DigiPeer – vier Leibnizinstitute digitalisieren und erfassen historische technische Zeichnungen. DigiPEER ist der Antrag der vier Institute auf Mittel für die Digitalisierung solcher historischer Zeichnungen zur Erfassung und Erschließung des Raumes im 20. Jahrhundert. Nachfolgend informierte Dr. Cornelia Weber, Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik/Humboldt-Universität, Berlin über Materielle Modelle in Forschung und Lehre: Erfassung, Dokumentation und Untersuchung von Modellen in universitären Sammlungen. Den Abschluss des zweiten Blocks bildete der Vortrag von Prof. Dr. Franz X. Eder, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Wien zur Onlineausstellung habsburger.net – Die Welt der Habsburger – eine virtuelle Ausstellung. Interessant sind hier auch die Fakten zur Finanzierung, Personal und dem Arbeitsaufwand.

Der darauf folgende Block Virtuelle Welten und Museen bestand aus den Vorträgen von Michael Schumann, Second Interest AG, Berlin zum Thema Partizipation und Teilhabe: die virtuelle Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Klaus Bulle, Adlib Information Systems, Berlin sowie André Reifenrath, D+S 360° media world, Hamburg zum ArtWeb-Projekt der UniCredit Group.

Block IV zum Thema Museumspädagogik Online: Möglichkeiten – Beispiele – Portale setzte sich aus Fünf Vorträgen zusammen und bildete auch den Abschluss des erstes Tages. Zu Beginn referierte Bianca Bocatius, Düsseldorf über Digitale Museumspädagogik im Web 2.0 – Grundlagen und Beispiele. Im Anschluss sprachen Stephanie Buchholz, Düsseldorf (LVR-Industriemuseum, Schauplatz Oberhausen) und Carolin Thielking, Medienberatung NRW, Düsseldorf über Building a transatlantic Bridge. Ein deutsch-amerikanischer Schüleraustausch über das Internet. Im Zweiten Teil des Vortrages ging es vor allem um die Kooperation der Einrichtungen SCHULE und MUSEUM. Inhalt des nächsten Beitrages von Dr. Lars Wieneke, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin war die Vermittlung im mobilen Museum. Ein weitere Vortrag, gehalten von Sandra Kilb, Museumsverband für Niedersachsen und Bremen aus Hannover, thematisierte Komm.Museum – die Onlinedatenbank für Museumspädagogik in Niedersachsen und Bremen. Komm.Museum ist eine Datenbank speziell für Schul-Angebote der Museen in Niedersachsen und Bremen. Dieses Portal ist primär für Lehrer konzipiert. Der letzte Vortrag des Tages ist von Vera Neukirchen, Deutscher Museumsbund, Berlin gehalten worden. Hier wurde www.museumbildet.de – Die bundesweite Datenbank für Vermittlungsangebote im Museum vorgestellt. Es handelt sich um ein Projekt des Deutschen Museumsbundes, in Kooperation mit dem Bundesverband Museumspädagogik und dem Institut für Museumsforschung.

Freitag Früh starte der Tag mit dem größten Block – Block V stand unter dem Motto Short Cuts. Der erste von Acht Vorträgen wurde von Dr. Pauline van der Zee, Ethnographic Collections of Ghent University zum Thema The Ethno-Wiki Project. Ethnographic Museums in Wikimedia Commons gehalten. Anschließend informierte Joachim Friedl M.A., Institut für Geschichte, Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte der Universität Regensburg über das Projekt R|dCG – Regensburg | digital CityGuide. Satellitengestützte Erschließung der historischen Altstadt. Ein weiterer interessanter Beitrag stammt von Dr. Lilian Landes, Bayerische Staatsbibliothek, Zentrum für Elektronisches Publizieren (ZEP), München. Die Referentin stellte die Rezensionsplattform recensio.net für europäische Geschichtswissenschaften vor. Mittels dieser Open-Access-Plattform sollen Präsentationen und Rezensionen zu europäischen Themen öffentlich gemacht werden. Letztlich wird dadurch dem Nutzer ein zentraler Anlaufpunkt für die Suche nach Rezensionen wissenschaftlicher Literatur zu geboten. Zum Abschluss des Blockes stellte Roman Gerhardt, Kailuweit Kulturkommunikation, Berlin das Projekt Museum trifft Stadt. Eine virtuelle Ausstellung per Smartphone-Applikation vor. Die App Kirche, Krieg und Kaiser –  so der vorläufige Arbeitstitel – soll als Ergänzung der Dauerausstellung des Wiener Dommuseums dienen, deren Konzept auf einem kunsthistorischen Ansatz fußt. Mit der App sollen die Besucher auch über die Kirchengeschichte der Wiener Erzdiözese informiert werden.

Geht es ums Internet dürfen natürlich Beträge zum Thema Social Media nicht fehlen. Während des letzten Blockes berichtete Ulrike Schmid, Kommunikationsberatung u.s.k., Frankfurt am Main über Ihre Erfahrungen zum Thema Social Web – da geht noch was. Studienergebnisse zum Social-Media-Engagement deutscher Museen (und Orchester). Im Anschluss referierte Sebastian Hartmann, Düsseldorf über Museum und Social Web: Besucherkommunikation, Werbung, Zielgruppenerschließung und Kundenbindung in den sozialen Netzwerken.

Nach der Diskussionsrunde schlossen sich die drei Workshops an.

Unser Fazit: Ein Besuch dieser Veranstaltung für das nächste Jahr können wir nur empfehlen. Viele der vorgestellten Projekte sind nicht nur für Museumsbesucher gebräuchlich – auch Wissenschaftler profitieren unter anderem von Plattformen wie recensio.net. Geboten wurden innovative Ideen und nützliche Informationen rundum das Thema Museum und Internet.

Alexandra Südekum M.A. Wasserleben, 2011.