3. Mitteldeutscher Archäologentag

…Umweltarchäologie – Naturkatastrophen und Umweltwandel im archäologischen Befund

Flyer 3. Mitteldeutscher Archäologentag

Flyer 3. Mitteldeutscher Archäologentag

Im Rahmen des 3. Mitteldeutschen Archäologentag fand zum genannten Thema vom 7. bis 9. Oktober 2010 eine internationale Tagung in der Universitätsstadt Halle/Saale statt.  Initiation und Gestaltung wird  jährlich vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt übernommen. Die Organisation der Veranstaltung lag in den Händen von Franziska Knoll (M.A.).

Für einen Betrag von 30 Euro, ermäßigt z. B. für Studenten 15 Euro, bekam man allerhand geboten. Empfangen wurde man von den netten Damen des Tagungsbüros oder von Frau Knoll persönlich. Im Zuge der Anmeldung im Tagungsbüro bekam man neben weiteren nützlichen Informationen eine Tagungsmappe. Enthalten war unter anderem ein Abstarct, mit Informationen zu den Vorträgen und das Begleitheft zur neuen Sonderausstellung „Elefantenreich – Eine Fossilwelt in Europa“ (erwies sich spätestens Freitag Abend beim kostenlosen Besuch der Ausstellung als äußerst nützlich).

Start der Tagung war Donnerstag Abend, 18 Uhr, mit Eröffnungsreden von Dr. Gerald Letko, Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Bertemes, Institut für Prähistorische Archäologie und Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Prof. Dr. Harald Meller, Landesarchäologe und Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte. Highlight des Abends war der Festvortrag von Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork, Institut für Ökosystemforschung, Christian-Albrechts- Universität Kiel, „Von der Osterinsel in die Altmark – Umweltarchäologische Forschung auf neuen Wegen“.  Bork gab einen Überblick zu Methoden der Umweltarchäologie, welche am darauf folgenden Tag im Detail vorgestellt worden sind. Im Anschluss an den Vortrag klang bei Bier, Saft und Snacks der Auftakt des Mitteldeutschen Archäologentages in geselliger Runde aus.

Schwerpunkt der Tagung bildeten die Fragen nach den Methoden, Zeitpunkt und Gründen für die Veränderung von Landschaften durch Menschen.  Besaßen bestimmte menschliche Gesellschaften die Fähigkeiten der Anpassung an abrupte oder an allmähliche natürliche oder von Menschen verursachte Veränderungen in Landschaften? Oder besaßen bestimmte Landschaften die Fähigkeit der Anpassung an abrupte oder allmähliche, von Menschen ermöglichten Veränderungen in Lanschaften?

Tag 2. begann mit der Begrüßung des Landesarchäologen Prof. Dr. Harald Meller und zwei einführenden Vorträgen zum Fach Geoarchäologie und zur umweltarchäologischen Forschung. Die folgenden Vorträge sind in zwei Blöcke untergliedet worden. Inhalt des ersten Blocks waren Beiträge zum Thema „Archive und ihre Bedeutung für die Archäologie“. Der zweite Block setzte sich aus Beiträgen über „Umweltarchäologische Methoden und ihre Bedeutung für die Archäologie“ zusammen.

Nach der Abschlussdiskussion, moderiert von Prof. Dr. Renate Gerlach und Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork, lud das Landesamt/Landesmuseum zum Empfang in die Räumlichkeiten des Landesmuseums. Stärken konnten man sich am reichhaltigen Buffet und der „Bar“. Anschließend gab es die Möglichkeit die Ausstellungen des Landesmuseums zu besuchen.  Allein diese waren den Tagungsbeitrag wert.

Am Samstag fand ein Worshop zur Anthrakologie statt, der sich häupsächlich an Archäologen richtete. Die Organisatoren und Workshopleiter Oliver Nelle (Universität Kiel) waren erfreut über das große Interesse an dem Workshop, bei welchen der Umgang mit Holzkohle als potentiellem Probenmaterial bei Ausgrabungen demonstriert werden sollte. Neben der fachgerechten Bergung wurden die Teilnehmer auch über die möglichen naturwissenschaftlichen Untersuchungen und die Aussagefähigkeit der hieraus gewonnenen Resultate informiert.

Für einen Aufpreis von 15 Euro konnte man bei zeitiger Anmeldung auch an der, im Anschluss an dem Workshop, stattfindenden Exkursion zu einem aktuellen Grabungsprojekt unter umweltarchäologischen Gesichtspunkten teilnehmen.

Unser Fazit: Auch dieses Jahr war der Mitteldeutsche Archäologentag eine gelungene Veranstaltung und eine Teilnahme für das kommende Jahr können wir nur empfehlen.

Alexandra Südekum. Halle/Saale, 2010.