Der „Fürst“ vom Glauberg

von Anja Lochner, Halle 2010

1 Einleitung

Gibt man heutzutage den Begriff „Kelte“ bzw. „Kelten“ in eine Internetsuchmaschine ein, finden sich zahlreiche Artikel zu diesem Thema. Aber nicht unbedingt ihre Geschichte, ihre Herkunft und ihre Hinterlassenschaften bilden die Schwerpunkte vieler Beiträge. Vielmehr werden mit dieser „Volksgruppe“ ganz andere Dinge verknüpft. Es finden sich zahlreiche Seiten, die mit „keltischer“ Esoterik, Musik, Spiel- und Esskultur sowie „keltischen“ Schmuck werben, dass sich diese oft nur an Klischees klammern und voller Fehler stecken, sollte dem Besucher dieser Webseiten bewusst sein. Natürlich können auch sog. Keltologen niemals genau sagen, inwieweit die Gedankenwelt der Kelten, ihre Riten und Bräuche ausgesehen haben. Jedoch ist es dank der Archäologie möglich fundierte Vermutungen bzw. Hypothesen aufzustellen, welche durchaus des Öfteren durch antike Quellen bestätigt werden können

Die einzelnen Stammesgruppen wurden von antiken Autoren unter dem Begriff „Keltoi“ (griechisch) bzw. „Celtae“ (römisch) zusammengefasst, was „die Großen, Erhabenen, Mächtigen“[1] bedeutet haben könnte. Auch wir sprechen heute von „den Kelten“, wobei darauf hingewiesen werden sollte, dass es (fast) [2] nie einen einzelnen, großen Stamm gab. Eher waren es kleine Gruppierung und Völkerschaften, die in bestimmten Territorien lebten, eine gemeinsame materielle und geistige Kultur pflegten. Sowie über eine gemeinsame Sprache kommunizierten, die, wahrscheinlich in unterschiedliche Dialekte unterteilt, der indogermanischen Sprachfamilie angehörte.

Zeitlich werden die Kelten in die Phase von 800/750 – 50/15 v. Chr. eingeordnet und gehören somit in die Eisenzeit. Vor allem zwei wichtige archäologische Fundplätze sind für ihre Erforschung von großer Bedeutung. Zum einen das Gräberfeld von Hallstatt, im oberösterreichischen Salzkammergut gelegen und zum anderen die Fundstätte von La Tenè in der Schweiz. Bei ersterem handelt es sich um ein Gräberfeld, das etwa 2000 Gräber umfasst. Unter den Bestatteten fanden sich jedoch nicht nur die antiken Salzherren[3], sondern auch die beschäftigten Arbeiter und deren Familien. Neben den menschlichen Überresten fand sich eine erhebliche Masse von Grabbeigaben, darunter Waffen, Schmuck und Importe aus Italien, die eine konkrete chronologische Einordnung in das 7. und 6. Jh. v. Chr. ermöglichten. Aufgrund der enormen Wichtigkeit dieses Fundortes nannte man von da an die frühe Eisenzeit Mitteleuropas von etwa 750 – 450 v. Chr. „Hallstattzeit“. Wobei später die Unterteilung in frühe und späte Hallstattzeit erfolgte.

Der zweite, wichtige Fundort liegt am Neuenburger See (Schweiz). Hier fand man neben Holzpfählen aus dem 3. Jh. v. Chr.[4], zahlreiche Waffen und andere Fundobjekte (Fibeln, Holzschilde u.a.). Heutzutage nimmt die Fachwelt an, dass es sich dabei um einen Opferplatz für Wassergottheiten gehandelt haben könnte. Wie Hallstatt konnte auch La Tenè anhand der Fundstücke zeitlich eingeordnet werden, in die der Hallstattzeit folgende Epoche – die jüngere vorrömische Eisenzeit. Auch hier ging man, aufgrund der Bedeutung des Fundortes, dazu über die gesamte Epoche von 450 – 50/15 v. Chr. als „La Tenè-Zeit“ zu bezeichnen. Die Unterteilung in genauere Zeitabschnitte erfolgte erst später. Am Ende dieser zweiten Epoche wurden die Festlandkelten durch Rom und die Germanen unterworfen und in deren Gebiete eingegliedert, womit die Zeit „der Kelten“ endete.

Der Wirkungsbereich der Kelten reichte in der Hallstattzeit von Frankreich bis Tschechien und von den Alpen bis in die Mittelgebirgsregionen, wobei es Belege für Import- und Exportbeziehungen mit anderen Kulturen gibt. Eine Unterteilung in einen westlichen und einen östlichen Hallstattkreis konnte aufgrund von Unterschieden in der materiellen Kultur zwischen den dort lebenden Stämmen getroffen werden, wobei eine präzise Grenze nicht gezogen werden kann. Im 4. Jh. v. Chr. begannen die Kelten sich weiter in Europa auszudehnen. Ihre Eroberungszüge führten sie von den Britischen Inseln bis in die Balkanregionen und sogar die ewige Stadt wurde von ihnen erobert. Nahezu zwei Jahrhunderte sorgten sie somit für „Angst und Schrecken“. Danach sind die Gründungen verschiedener sog. „Oppida“ belegt sowie die keltische Expansion zur „Hochkultur“ mit eigener Währung.

In der vorliegenden Arbeit soll ein anderer interessanter Aspekt der keltischen Kultur vorgestellt werden, nämlich die Errichtung von „Fürstensitzen“ und die dazugehörigen Gräber sowie der Beginn bzw. die Weiterentwicklung der keltischen Kunst im Übergang von später „Hallstattzeit“ zu früher „La-Tène-Zeit“. Als Beispiele sollen das „Fürstengrab 1 “ und die „Statue 1“ vom Glauberg dienen. Anhand dieser Beweise für keltisches Leben im Gebiet der Wetterau soll versucht werden Beziehungen zu weiteren deutschen und anderen europäischen Fundorten zu knüpfen. Jedoch ist nicht allein die reine Altertumskunde Bestandteil dieser Arbeit, sondern auch die interdisziplinären Ergebnisse der Naturwissenschaften. Die in den letzten Jahren zu diesem Thema gesammelten, archäobotanischen Erkenntnisse sollen vorgestellt werden. Als Schwerpunkte wurden die Entwicklung der Glauberger Landwirtschaft im 1. Jahrtausend v. Chr. bzw. die damit verbundenen Veränderungen der Umwelt und die Ergebnisse der Untersuchungen des Schnabelkanneninhaltes gewählt. Beide Punkte bilden für die neueren Forschungen am Glauberg wichtige Anhaltspunkte, die helfen sollen das Leben am Glauberg in frühkeltischer Zeit besser zu verstehen. Des Weiteren wird das Interesse für die „Hilfswissenschaften“ im Bereich der Archäologie in den letzten Jahren immer größer, da sie die Deutung eines Befundes oder Fundes unterstützen und neue Denkanstöße liefern. Aus diesem Grund war es unabdingbar den neuen Methoden und Ergebnissen aus dem Forschungsbereich des Glaubergs in dieser Arbeit eine Gewichtung zukommen zu lassen.

2 Forschungsgeschichte

In der östlichen Wetterau erhebt sich mit 271m ü. NN der Glauberg. Dieser Höhenrücken aus Basaltgestein stellt einen Ausläufer des Vogelberges dar. Direkt zwischen Nidder und Seemenbach gelegen, bildet er durch seine hervorragenden, natürlichen Gegebenheiten einen perfekten Siedlungsplatz. Funde belegen, sodass er bereits seit Mitte des 5. Jahrhunderts, wenn auch nicht durchgehend, besiedelt war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Höhenrücken im Jahre 1247. Es handelte sich dabei um die Bestätigung einer Schenkung durch die Glauberger Bergmannen an das Kloster Arnsberg.[5] Neben seiner Besiedlung in vor- und frühgeschichtlicher Zeit gab es bereits frühzeitig Hinweise auf eine mittelalterliche Burg direkt auf dem Höhenrücken. Bereits in der 1546 erschienen „Kurzen Beschreibung der Wetterau“, verfasst durch den Stadener Pfarrer Erasmus Alberus,[6] sowie in der „Topographia Hessiae“ von Mattias Merian[7], veröffentlicht Mitte des 17. Jahrhunderts, wird auf mittelalterliche Besiedlungsspuren auf dem Glauberg hingewiesen. 1719 sprach Jacob Roth in einem von ihm verfassten Hochzeitsgedicht von römischen Urnen und Münzen, welche 1689 tatsächlich auf dem Glauberg geborgen werden konnten. Das Besitzrecht für den Berg besaßen ab dem 17. Jh. die Fürsten zu Stolberg-Wernigerode. Diese nutzten ihn zwar forstwirtschaftlich, schonten jedoch die vor- und frühgeschichtlichen Anlagen. In seiner 1842 verfassten Arbeit, welche die erste wissenschaftliche Darstellung der Wälle und der dort angefallenen Funde darstellte, verwarf J. P. Dieffenbach [8] die bis dahin geltende Theorie, dass die künstlich geschaffenen „Wehranlagen“ ein Werk der Römer seien und daher der Namen „Glauberg“ einen römischen Ursprung haben müsse. Vielmehr schrieb Dieffenbach die Anlagen den Chatten zu. Seine These fand u.a. Unterstützung bei G. Simon[9]. Als 1844 die erste gezielte Grabung unter Leitung des Glauberger Pfarrer Wilhelm Lynker durchgeführt wurde, traten allein mittelalterliche Funde zutage[10]. Der Altertumsforscher Friedrich Kofler trieb die Erforschung weiter voran. Er untersuchte die Wallanlagen des Glaubergs und konnte zwei Perioden herausarbeiten, eine früh-prähistorische und eine spät-mittelalterliche. Jedoch entdeckte er, hingehen früherer Meinungen, keine römischen Befestigungsspuren.[11] Neben diesen neuen Erkenntnissen stammte aus seiner Feder auch der älteste, recht verlässliche Plan des Glaubergs, welcher auf die von ihm in den Jahren 1881 und 1884 gemachten Aufnahmen beruhte.[12] Ein wichtiger Hinweis für die keltische Besiedlung des Glaubergs und die frühkeltische Zeitstellung der Ringwälle war der Fund eines frühlatènezeitlichen Halsringteils. Zwar sind die Fundumstände bekannt, jedoch das genaue Datum des Fundes ungewiss. In den Jahren 1912 und 1913 fand die erste systematische Ausgrabung am Glauberg statt. Es wurden vier Schnitte durch die Wälle angelegt sowie ein Schnitt auf dem Plateau. Leider erfolgte eine systematische Befundklärung nicht, sondern nur die Freilegung des großen Burggebäudes und seine partielle Wiederherrichtung[13]. Erst 20 Jahre später, von 1933 bis 1939, führte man weitere umfangreiche Grabungen auf und um den Glauberg durch, diesmal unter der Leitung des damaligen Denkmalpflegers für Bodenaltertümer der Provinz Oberhessen Heinrich Richter.[14] Unterstützt wurde dieser zuerst durch den Reichsarbeitsdienst, aber nur bis 1937. Daher mussten 1939 die Grabungen ohne Fertigstellung abgebrochen werden. Nach der nahezu vollständigen Zerstörung wichtiger Dokumente in den letzten Kriegstagen wurden die bei der Ausgrabung erhaltenen Erkenntnisse noch weiter geschmälert. Erst zwei Jahrzehnte nach Abbruch der Ausgrabung veröffentlichte Richter einen kleinen Bericht. Er schrieb darin, dass der Glauberg, wenn auch nicht durchgehend, vom Neolithikum im 5. Jahrtausend v. Chr. bis ins hohe Mittelalter, vermutlich 13. Jahrhundert, als Siedlungsplatz genutzt worden war. Außerdem stellt er die Einzigartigkeit des Glaubergs mit seiner Mittelpunktfunktion in verschiedenen Epochen der Vor- und Frühgeschichte heraus.[15] Diese Grabungen bzw. die gemachten Funde bildeten den Grundstein für viele weitere Arbeiten zu diesem Thema. Nicht nur die Forschung begann sich immer mehr für den Berg und seine Geschichte zu interessieren, auch die Bevölkerung der Region um den Glauberg zeigte immer größere Begeisterung und wachsendes Interesse. Im Jahr 1975 gründete sich daher der Heimatverein Glauberg, dieser sich der Bewahrung, ständigen Pflege und weiteren Erforschung des Berges und seines Umlandes verschrieb.[16] So ist es den Mitgliedern dieses Vereins zu verdanken, dass 1987 durch Befliegung des Geländes der große Kreisgraben des Fürstenhügels 1 entdeckt wurde. Auch wurde, durch Drängen des Vereins, 1985 die Grabungstätigkeit am Glauberg unter Leitung der staatlichen Denkmalpflege wieder aufgenommen.[17] Es wurde u.a. auf dem Bergplateau gegraben, um die genaue Bedeutung der Befestigungsanlagen zu klären. Des Weiteren erfolgte von 1985 bis 1991 eine archäologisch-topografische Landaufnahme des Berges und des Umlandes durch den Grabungstechniker F. Eckle 1994 dehnte man die Untersuchung auf das südliche Vorfeld des Berges aus und begann mit der Erforschung des sog. „Fürstengrabhügels 1“. Dabei entdeckten die Forscher 1994 das Grab1 und 1995 das Grab 2 im ersten Grabhügel sowie 1996 die fast vollständig erhaltene, steinerne Statue, den sog. „Glauberg-Mann“. Auf die Funde und Befunde aus „Fürstengrab 1“ und auf die „Statue 1“ sollen im Verlauf dieser Arbeit noch weiter eingegangen werden. Zusätzlich wurde 1994 mit der geophysikalischen Prospektion begonnen[18], dabei entdeckte man 1997 den Grabhügel 2. Seine Ausgrabung erfolgte 1999. Im folgenden Jahr wurden durch weitere Luftbildprospektion und Geophysik die bereits festgestellten Strukturen in der Umgebung des Grabhügels noch eingehender untersucht.[19] Ab 2004 führte das Institut für Vor- und Frühgeschichte der Universität Mainz neue Ausgrabungen im Umfeld des Glaubergs durch. Ziele dieser Arbeiten war die Gewinnung weiterer Kenntnisse über die nähere Umgebung des Berges, die Klärung der Funktion des Wall-Graben-Systems und die Suche nach weiteren eisenzeitlichen Fundstellen. Es wurde u.a. im Bereich der Annexwälle gegraben, welche nördlich des Bergplateaus liegen und eine dreieckige Fläche von 12 Hektar umschließen. Des Weiteren erforschten die Mainzer Areale im „Enzheimer Wald“ mit Hinweisen auf eine hallstattzeitliche Nekropole. Bei diesen Untersuchungen wurden u.a. drei hallstattzeitliche Urnenbestattungen mit Keramikgefäßen der Stufen Ha C bis Ha D1 freigelegt sowie ein Tumulus mit Brandbestattung[20]. Eine weitere, neu eröffnete Fläche lag im „Hunzgrund“ östlich des heutigen Ortes Glauburg. Dort entdeckte man neben anderen Befunden u.a. eisenzeitliche Kegelstumpfgruben. In drei der Gruben konnten am Boden menschliche Skelettreste von 20- 40 jährigen Männer und Frauen freigelegt werden. Anhand des Schmucks, der den Toten mitgegeben worden war, konnte ihre Bestattung in die Stufe La Tène A datiert werden. Warum gerade diese Individuen eine solche Sonderbehandlung erfahren haben, kann heute nur noch vermutet werden.[21]

Eine weitere Ausgrabung fand 2005/2006 an der „Klause“ statt. Bei diesem Grabungsplatz handelt es sich um eine nach Süden und Westen hin abfallende Hangterrasse östlich der 300m langen Prozessionsstraße. Die Mainzer Archäologen legten dort u.a. frühlatènezeitliche Grubenhäuser und weitere Kegelstumpfgruben mit menschlichen Skelettteilen frei.[22] Vom heutigen Forschungsstand ausgehend wird angenommen, dass der Fundplatz „Klause“ hauptsächlich in der Stufe La Tène A genutzt wurde.[23]

Abb. 1 Gesamtplan der frühkeltischen Anlagen an und um den Glauberg

Abb. 1 Gesamtplan der frühkeltischen Anlagen an und um den Glauberg

3 Der Bestattete im Grab 1 aus Grabhügel 1

Als 1994 damit begonnen wurde den durch Luftbildaufnahmen entdeckten „Fürstengrabhügel 1“ näher zu untersuchen, entdeckten die Forscher im Nordwestteil ein Grab[24]. Der Grabhügel selbst wies einen Durchmesser von 48m auf, wobei vom inneren Grabenrand gemessen wurde. Eine weitere Eingrenzung durch Pfosten oder einen Steinkranz konnte nicht festgestellt werden. Vom keltischen Hügelaufbau wurden nur noch wenige Reste dokumentiert. Die ursprüngliche keltische Oberfläche war ausschließlich im Ostteil und um die Hügelmitte erhalten. Aufgrund dieser wenigen Befunde konnten keine genauen Angaben zur Höhe des Hügels gemacht werden. Es wird jedoch eine Höhe von etwa 6m angenommen. Um den Grabhügel hatte man einen Kreisgraben angelegt, welcher im Südosten von einer Lücke durchbrochen war, genau an der Stelle wo die „Prozessionsstraße“ auf den Hügel traf (Abb. 4). Zur Eintiefung des Grabes konnten keine genaueren Angaben gemacht werden, da an dieser Stelle nur noch sehr wenige Spuren der keltischen Oberfläche auszumachen waren. Die Grabgrube selbst wies im oberen Bereich eine Größe von 4m x 2,90m und an der Sohle von 3m x 2,10m auf.[25] Als Verfüllung wurden humoser Boden und Steine verwendet, des Weiteren bildete eine Steinpackung die obere Abdeckung, welche durch den Einsturz der Grabkammer in der Mitte eingesunken war. Die bei der Ausgrabung bereits verrottete Grabkammer war aus Eichenholz gezimmert, was durch charakteristische schwarze Bänder im Boden belegt wurde.[26] Anhand dieser Bänder konnte die Kammer in ihren Maßen und ihrem Aussehen verwertbar rekonstruiert werden. Es zeigte sich, dass sie auf Unterlegbalken mit 10cm Seitenlänge gelegen hatte, und dass die Hölzer von Boden und Decke in Längsrichtung ausgerichtet waren. Allerdings konnte man die genaue Stärke der Bohlen bzw. der Bretter nicht bestimmen. Die Ausdehnung im Inneren der Kammer betrug etwa 2,25m x 1,07m mit einer Höhe von 0,80m.[27] Als Belege für dieses Maß gelten die bronzene Schnabelkanne mit einer Höhe von 52,5cm und Steine, welche aufeinandergesetzt waren und die Kammer umschlossen.[28] Die Sicherstellung des Grabes erfolgte in Form einer Blockbergung, erst im Labor wurde der Inhalt Schicht für Schicht freigelegt.[29] Bei dem Toten in der Kammer handelte es sich um einen 28-32-jährigen, 1,69m großen Mann[30], welcher als Rückenstrecker mit dem Kopf nach Südosten beigesetzt worden war. Der Erhaltungszustand des Toten war sehr schlecht, die Knochen wurden fragmentiert, stark erodiert und teilweise zerdrückt aufgefunden. Die „Ausgräber“ fanden Reste des Schädels, des Rumpfes und der Extremitäten. Die bereits erwähnte Körpergröße überraschte die Forscher, da man für einen Bestatteten aus einer hohen sozialen Schicht eine weitaus größere Körperhöhe angenommen hatte. An dieser Stelle sei auf die imposante Größe des Hochdorfer „Fürsten“ mit 1,86m und des Toten vom Asperg mit 1,84m verwiesen[31]. Man nimmt daher an, dass der Glauberger Bestattete aus „Grab 1“ über andere körperliche Vorzüge verfügte, mit denen er seine geringe Körpergröße kompensieren konnte und trotz dieses vermeintlichen Makels eine hohe soziale Position bekleidete.[32] Es konnte anhand der Zähne belegt werden, dass der Tote kaum Karies hatte, Nahrungsmittel feiner Qualität zu sich nahm und während seiner Kindheit über einen guten Ernährungs- und Gesundheitszustand verfügte.[33] Jedoch ließen sich keine Hinweise auf den genauen Todesumstand bzw. die Todesursache finden. Neben dem Bestatteten befand sich im Grab u.a. die bereits erwähnte Schnabelkanne, welche noch immer mit einem stark konzentrierten Metansatz gefüllt war. Weiter konnte ein Eisenschwert geborgen werden, welches man dem Toten an die rechte Seite gelegt hatte. Links von ihm fanden sich drei Lanzen mit eisernen Spitzen, von denen die Schäfte teilweise auf dem Körper lagen. Dort wurde auch ein Köcher mit wiederum drei Pfeilen und einem hölzernen Bogen im Lederfutteral entdeckt. Ein hölzerner, lederüberzogener Schild mit eisernen Randbeschlag und großem, eisernen Schildbuckel war dem Toten über den Körper gelegt worden. Welche Kleidung das Individuum bei seiner Bestattung getragen hat, konnte nicht mehr sicher festgestellt werden. Es fanden sich u.a. ein Ledergürtel mit Bronzebesatz, kleine Bronzenieten und Eisen-, Stoff- und Lederreste, die als Reste der Fußbekleidung angesprochen werden.[34] Herausragend war dagegen der gefundene Goldschmuck bestehend aus zwei Ohrringen, einem reich verzierten Halsring, einem Armring am rechten Handgelenk und einem Ring am rechten Ringfinger (Abb. 5) Besonders der Halsring (Abb. 8) erbrachte neue Erkenntnisse, da die Forschung vor seiner Entdeckung davon ausgegangen war, dass goldene Halsringe in der Frühlatènezeit nur Frauen als Beigaben mit ins Grab gelegt worden waren[35]. Zwar zeigt eine von W. Alder 2003 veröffentlichte, tabellarische Übersicht, dass es weitere Männergräber mit Halsringbeigabe gab, diese waren jedoch aus Bronze oder Eisen gefertigt worden, was, laut Alder, von ihrer niedrigeren sozialen Stellung innerhalb der Gesellschaft zeugte[36]. Otto H. Frey deutete den Halsring als „besonderes Würdezeichen“, dass den gehobenen Rang und die Funktion des Trägers innerhalb der frühlatènenzeitlichen Gesellschaft bezeugte (Abb. 6).[37] Am Hals anliegenden Teil, des überaus schönen Schmucks, brachte der Künstler zehn, aus Blech in flachem Relief hervor gepresste und in den Details von außen nachbearbeitete, menschliche Köpfe an (Abb. 11). Sie liegen paarweise Scheitel an Scheitel, getrennt von einer profilierten Wulst. Auch auf der Rückseite sind weitere Köpfe von gleichem Typus zu erkennen. Man mag versucht sein anzunehmen, dass, würde das Blech aufgeklappt, ein komplettes Gesicht erkennbar wäre. Dem ist aber nicht so, da der Schädel dann über zwei Nasen und einen überbreiten Mund verfügen würde (Abb. 10). Im Zentrum der Gesichter steht das riesige gewölbte Auge, wobei die eingravierte Pupille nie ganz im Zentrum sitzt, sondern leicht nach hinten oder vorn versetzt ist. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei aber nur um die schlechte Ausarbeitung des Goldschmiedes und nicht um ein gewolltes Schema[38]. Dennoch ist auffallend, dass keines der Gesichter den Betrachter direkt ansieht, wie es für die Kunst dieser Zeit üblich ist, sondern eine Seitenansicht gewählt wurde. Die drei knospenförmigen Zapfen bzw. Balustern (Abb. 9) werden links und rechts jeweils von einer kleinen Figur gerahmt. Diese menschlich anmutenden Gebilde weisen einen verhältnismäßig großen Kopf auf. Dies resultiert vermutlich aus der keltischen Vorstellung, dass der Kopf bzw. das Gesicht das wichtigste Stück des menschlichen/menschenähnlichen Wesens war und man ihm magische Kräfte zuschrieb. Wie schon die Gesichter des Ringkörpers werden auch die Kleinplastiken in Seitenansicht dargestellt. Zwischen den Zapfen wurden zusätzlich zwei Blechanhänger mit Blattmotiven und Vogelköpfen angebracht. Die Blattmotive erinnern stark an die „Kronenblätter“ der „Statue 1“. Mit dem Unterschied, dass sich ihre Enden hier voneinander weg bewegen (Abb. 11). Als weiterer Schmuck sind zwei Armringe aus Bronze, welche in Höhe des Beckens lagen und ein dritter, zerbrochener Armring, der abseits des Körpers in Schulterhöhe zwischen Kanne und Schwertgriff aufgefunden wurde, zu nennen. In diesem Bereich fand man zusätzlich noch zwei Vogelkopffibeln und eine Figuralfibel mit tierähnlichem Körper. Alle drei Fibeln wurden aus Bronze gefertigt. Daneben fanden sich noch eiserne Nieten, kleine Eisenröllchen eines unbekannten Gegenstandes und eiserne Tüllen von sechs, etwa 1,50m langen Eschenstäben. Die Funktion dieser Stäbe konnte noch nicht geklärt werden.[39] Anders verhält es sich mit den Eisenstäben, welche man auf der rechten Seite des Toten in Höhe des Schwertgriffs fand. Zuerst konnte man ihnen keine bestimmte Funktion bzw. einen bestimmten Gegenstand zuschreiben. Doch kurz vor Ende der Restaurationsarbeiten kam den Forschern die Idee, dass es sich bei den Stäben um die Unterkonstruktion der sog. Blattkrone des „Fürsten“ gehandelt haben könnte. Des Weiteren entdeckte man über dem Schwertgriff ein in der Mitte ausgeschnittenes Holzobjekt, das sich im anschließenden Befund vorsetzte und als kreisrunde bzw. ovale Scheibe identifiziert werden konnte, vermutlich auch zur Unterkonstruktion gehörend. Dementsprechend könnte der mögliche Aufbau der Krone wie folgt ausgesehen haben. Die zusammengesetzten Fragmente bildeten zusammen genommen einen etwa 93cm langen Draht[40], welcher zunächst zu einem Bogen geformt wurde, der dann nach unten hin auslief. Diese Form ließe sich als eine Blattseite deuten. Der Draht verlief weiter um den Nacken und endete auf der anderen Seite mit der Darstellung des zweiten Blattes. Um eine höhere Stabilität zu erzielen wurden die Drahtenden an der Holzscheibe fixiert.[41] Es ist wahrscheinlich, dass diese Holzscheibe an die Kopfform des Trägers angepasst wurde, was den Gebrauch von Pappelholz, welches sehr leicht ist und sich gut bearbeiten lässt, sinnvoll machte. Über diese Unterkonstruktion wurden Lagen aus verschiedenen organischen Materialien angebracht. Ähnlich wie ein Hutmacher heutzutage, hatte man den Draht mit Textil umwickelt und einen Überzug aus Leder gefertigt. Die Annahme wurde durch den Nachweis von Lederresten am Draht bekräftigt. Unter diesen Resten konnten sogar noch andere Textilreste nachgewiesen werden. Man nimmt an, dass um die Plastizität der Blätter zu erhöhen, diese mit einem vollständig vergangenen, organischen Material gefüllt waren. Inwieweit die Krone verziert war, lässt sich anhand der wenigen Textilreste nicht mehr feststellen. Zwar fanden sich nur im näheren Umfeld der Stäbe weitere Textilreste von hoher Webart, u.a. Knötchen und zopfartige Machwerke sowie Ösen, aber ob diese tatsächlich wie angenommen einer Abfütterung der Kappeninnenseite dienten, kann nur als eine mögliche Verwendung angesehen werden. Bei näherer Betrachtung der Holzscheibe fiel weiter auf, dass drei Eisennieten auf ihr angebracht waren. Für zwei dieser Nieten fand man jeweils eine eiserne Blechhülse, welche als Endbeschlag für einen Lederriemen gedient haben könnte. Solche Gurte konnten ebenfalls nachgewiesen werden. Vielleicht handelte es sich bei dieser Konstruktion um einen Kinnriemen, welcher der Krone auf dem Kopf des Trägers zusätzlichen Halt verschaffte und ein mögliches Herunterfallen verhindern sollte.

Das genaue Aussehen der Glauberger „Blattkrone“ wird nie vollständig geklärt werden können, da anhand der wenigen erhaltenen, organischen Reste und der starken Befundstörung in diesem Bereich genauere Aussagen unmöglich zu treffen sind.[42] An dieser Stelle sei noch auf das Arbeitsmodell der Krone, angefertigt von J. Warnke, verwiesen (Abb.7).

Vergleicht man die Grabausstattung aus Grab 1 mit der anderer „Fürstengräber“ fällt auf, dass außer der Schnabelkanne dem Toten keine weiteren Trink- oder Mischgefäße mitgegeben worden waren, ebenso fehlen ein Haumesser oder Wagen- bzw. Pferdegeschirrteile. Vielleicht geht dies auf eine heute nicht mehr erkennbare Hierarchie innerhalb der Bestattungsriten zurück. Dennoch steht außer Frage, dass das Grab 1 aus Grabhügel 1 zur Kategorie der frühlatènezeitlichen Prunkgräber und der darin Bestattete zu einer höheren Schicht innerhalb der keltischen Gesellschaft zu zählen sind.[43]

4 Die „Statue 1“ vom Glauberg

Aber nicht allein das bereits angesprochene Grab des 1994 aufgedeckten Grabhügels 1 am Fuße des Glaubergs stellte die Sensation für die Archäologen dar, sondern vielmehr die Bergung der selbst international bekannten, sog. „Statue 1“. Der breiten Öffentlichkeit besser als „Glauberg-Mann“ bekannt. Bei diesem handelt es sich um eine fast vollständig erhaltende, steinerne Großplastik. Sie wurde in 1,80m – 2m Tiefe, auf dem Rücken liegend in einem Graben, welcher zum sog. „Heiligen Bezirk“[44] gehörte, entdeckt. Dieses vermutlich für kultische Handlungen genutzte Areal, grenzte im Nordwesten an „Fürstengrabhügel 1“ an. Man geht davon aus, dass dieser und im Besonderen der dazugehörige Kreisgraben in direktem Zusammenhang mit diversen Grabenwerken und Pfostenstellungen standen. Genauere Aussagen über das frühere Aussehen dieses Geländestücks können aufgrund zahlreicher Befundüberschneidungen nur sehr spekulativ vorgenommen werden.[45] Die Lage der Statue im Graben, ihre Ausrichtung und ihr Erhaltungszustand ließen die Forscher vermuten, dass sie mit großer Sorgfalt an dieser Stelle platziert worden war. Wo sich ihr ursprünglicher Aufstellungsort befunden hat, kann dagegen nur vermutet werden.[46] Die Statue wurde aus lokalem, rötlichem Buntsandstein eines nur 3 km entfernten Steinbruchs gefertigt, wiegt 230kg und misst 1,86m. Sie ist in einem guten Erhaltungszustand, nur die Füße fehlen und konnten bei weiteren Grabungen auch nicht aufgefunden werden (Abb. 2). Beim dem Dargestellten handelte es sich höchstwahrscheinlich um einen höher gestellten Krieger, welcher mit einem Kompositpanzer, wahrscheinlich einer Kombination aus Leder und Leinen, „bekleidet“ war.[47] Die Panzerdarstellung wies waagerechte, übereinander greifende Lagen auf, wobei deren unterer Rand jeweils ausgelappt war und wie ein Muster erschien.[48] Leif Hansen spricht von Mäanderverzierungen und Otto H. Frey deutete dieses Muster als die stilisierte Wiedergabe von Bronzeplättchen[49]. Beide Forscher wiesen in ihren Ausführungen auf die Ähnlichkeit des Glauberger Panzers mit Formen aus dem griechischen bzw. etruskischen Bereich hin.

Abb. 2 Statue 1 bzw. der „Glauberg-Mann“

Abb. 2 Statue 1 bzw. der „Glauberg-Mann“

Zwar sind bis heute keine Originalfunde bekannt, dennoch gab es seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. zahlreiche antike Darstellungen, welche den beschriebenen Panzertypus belegen. Das Rückenteil der Statue, welches ähnlich eines Capes über dem Panzer lag, war mit blattförmigen, gut erkennbaren, linearen bzw. kurvolinearen[50] Darstellungen verziert wurden. Dieser Teil ist mit einem hochgezogenem Nackenschutz und abgetreppten Schulterklappen verbunden (Abb.12). Weiter waren deutlich unter dem Schild verschwindende Riemen und herabhängende Laschen in Höhe der Hüfte erkennbar[51]. Mit der linken Hand hält der Krieger vor seinen Oberkörper einen verkleinert dargestellten, ovalen Schild mit Spindelrippe in der Mitte. Auf der rechten Seite, von vorn nicht zu erkennen, trägt er ein Schwert, welches ihn als Krieger auszeichnet. Die rechte Hand liegt mit allen Fingern ausgestreckt auf der Brust. Des Weiteren schmücken ihn ein Halsring mit drei knospenförmigen Zierstücken, sog. Balustern (Abb.14), ein Armring am rechten Handgelenk, ein Fingerring am rechten Ringfinger und drei weitere Ringe am linken Arm.[52] Dieser Schmuck stellte die Insignien seiner Macht und gleichzeitig seines scheinbar höheren gesellschaftlichen Standes dar. Im bereits vorgestellten Grab 1 fanden sich die gleichen Schmuckstücke. Sein Gesicht ist mit den großen, mandelförmigen und leicht hervortretenden Augen, den Brauen, dem Kinn- und Schnurrbart stark stilisiert und vereinfacht. Das Haupt der Statue ist mit einer Blattkrone bekrönt, die sehr stark dem in Heidelberg gefunden Kopffragment mit Blattkrone[53] ähnelt. Von diesem Stück ist nur die obere Gesichtshälfte erhalten, dennoch ist eine starke Ähnlichkeit nicht abzustreiten.[54] Wie das Stück vom Glauberg zieren auch hier Blätter die Stirn und den Hinterkopf, einer Kappe oder Haube gleich. Aber anders als beim „Heidelberger Stück“ (Abb.16) ist die Kappe der Glauberger Plastik an der Stirn durch zwei parallel waagerecht verlaufende Linien vom Rest des Gesichts abgegrenzt. Auch besteht zwischen den beiden Blättern bzw. fischblasenförmigen Ansätzen eine Lücke, wodurch die Blätter wie überdimensionierte Ohren wirken[55]. Im Gegensatz zum Oberkörper sind weder die Arme noch die Beine verziert. Ob sie schon immer nackt waren oder doch bemalt, konnte bei den Restaurierungsarbeiten nicht festgestellt werden.[56]

Neben dem bereits angesprochenen Stück können weitere Vergleiche zur „Pfalzfelder Säule“ (Abb.15) gezogen werden. Es wird vermutet, dass das 1,48m[57] hohe Sandsteinstück als Kultsäule auf einem Grabmal diente und im 4. vorchristlichen Jahrhundert gefertigt wurde und somit der La-Tène-Zeit zugeordnet werden kann. Neben den ornamentalen Schmuckreliefs wurde der Sandsteinblock vor allem durch die Abbildung eines menschlichen Kopfes, welcher zentral auf allen vier Seiten angebracht ist, dominiert. Auch hier wurde das Haupt mit einer Blattkrone geschmückt.[58] Zudem weißt das stilisierte Gesicht mit den mandelförmigen Augen, der erkennbaren Kappe mit linearen Verzierungen auf der Stirn und dem stark ausgeprägtem Kinn und/oder dem Kinnbart eine starke Ähnlichkeit mit der Glauberger „Statue 1“ auf.

Neben der großen „Statue 1“ konnten noch Fragmente von mindestens drei weiteren Statuen geborgen werden.[59] Bei zwei von ihnen gab es Ansätze von Blattkronen, vermutlich ähnlich der von „Statue 1“. Es wird angenommen, dass sich alle vier Statuen, abgesehen von Kleinigkeiten in der Gestaltung, sehr stark ähnelten (Abb.13).

Seit der Bergung des lebensgroßen „Glauberg-Mannes“ und der restlichen Sandsteinstücke wurde viel diskutiert und unterschiedliche Thesen darüber aufgestellt, um wen es sich bei den Dargestellten einst gehandelt haben könnte. Die Forscher sehen zu einen in ihnen lebensnahe Abbilder wirklich existierter Herrscherpersönlichkeiten[60] und zum anderen Darstellungen von realen oder mythisch vergöttlichten Ahnen oder Heroen.[61] Diese Thesen werden durch die dem Grab 1 entnommenen Funde unterstützt, da der Tote nahezu die identische Ausstattung trug, wie „Statue 1“.

4.1 Die Statue vom Glauberg im Vergleich zu anderen hallstattzeitlichen Großplastiken

Nach Freilegung der Statue und der Fragmente am Glauberg stellte man sich bald die Frage, woher die Impulse und Ideen für diese Plastiken stammen könnten. Einige Forscher verwiesen auf die bis dahin einzigartige Großplastik aus Hirschlanden, dem sog. „Krieger von Hirschlanden“ (Abb.17). Gefunden wurde er auf dem Bauch liegend mit abgebrochenen Beinen neben einer steinernen Einfassung für einen Grabhügel, welcher mehrere Bestattungen der späten Hallstattzeit einhielt. Da die Fundumstände keine genaueren Aussagen über die Datierung zuließen, leitete man anhand der Formung des Dolches, welcher die Statue am Gürtel trug, eine Anfertigung in der Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. ab. Sie ist somit etwa 100 Jahre älter als das Glauberger Beispiel. Erst auf den zweiten Blick wird der Betrachter Ähnlichkeiten zur Glauberger Stele erkennen. Anders als diese wurde der Krieger vollkommen nackt dargestellt. Der brettartige Oberkörper, getragen von stämmigen Beinen, wirkt zu groß für den verhältnismäßig kleinen Kopf. Um den Hals erkennt man einen vermutlich in Gold zu denkenden Reif, der ein typisches Zeichen für die Epoche der keltischen „Fürstengräber“ bildet. Um die Taille wurde der bereits angesprochene Gürtel mit dem Dolch direkt in Höhe der Bauchmitte angebracht. Unterhalb der Waffe sind der erigierte Penis und die Testikel erkennbar. Das Gesicht der Stele wurde sehr einfach gehalten, klare Konturen lassen sich nicht erkennen. Den Mund bildete man schmal aus, die Augen wurden als runde Vertiefungen ausgearbeitet. Ob der Krieger eine Maske trug, ist umstritten und kann anhand der Plastik selbst nicht eindeutig belegt werden.[62] Auf dem Kopf trägt die Großplastik einen konischen Hut bzw. Helm, welcher neben dem Dolch, dem Phallus und dem Halsring einen höheren gesellschaftlichen Rang des Dargestellten erahnen ließe bzw. dessen Stärke demonstrieren könnte. Was verbindet also den „Krieger von Hirschlanden“ mit dem „Krieger vom Glauberg“? Es ist zum einen die Haltung der Arme, bei beiden Plastiken sind sie über die Brust gelegt, wobei bei Ersterem die rechte Hand an der Hüfte liegt und die linke in Höhe der rechten Brust ruht. Beim „Glauberg-Mann“ ist dieser Gestus seitenverkehrt, zusätzlich verschwindet die linke Hand unter seinem Schild. Es kann dennoch davon ausgegangen werden, dass die Bedeutung des Gestus die Gleiche ist. Eine weitere Parallele lässt sich bei der Betrachtung der Beinstellung erkennen, da beide Figuren nicht wie die Plastik eines griechischen Jünglings die typische Schrittstellung aufweisen[63], sondern die Beine streng nebeneinander stehen und in den Knien leicht eingeknickt sind.

Allerdings stellt der „Krieger von Hirschlanden“ auch nur die mitteleuropäische Kopie einer im Süden bzw. Südosten Europas entstandenen Idee dar. Als Beispiele, die diese These stützen sollen, sind u.a. zwei halb lebensgroße Statuen zu erwähnen, die aus der etruskischen Nekropole von Casale Marittimo (Eturien) stammen[64]. Sie wurden von Otto Herrmann Frey ins 7.Jh. datiert[65]. Beide Figuren tragen den für die Region Etrurien typischen Schurz, welcher von einem breiten Gürtel gehalten wird. Im gleichen Gestus wie bei der Glauberger „Statue 1“ und dem „Krieger von Hirschlanden“ sind ihre Arme auf die Brust gelegt auch die Beine stehen parallel nebeneinander. Ein weiteres, unbedingt zu nennendes Beispiel bildet der „Krieger von Capestrano“ (Abb.18) aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Er wurde bei Feldarbeiten, nahe der ihm den Namen gebenden Stadt in den Abruzzen, mitten in einem kleinen Gräberfeld, gefunden.[66] Auch hier zeigen sich der bekannte Armgestus und die strenge Beinstellung. Wie die beiden deutschen Großplastiken trug die Statue eine Kopfbedeckung, hier in Form eines breitkrempigen Hutes, sowie Waffen bzw. Schmuck als Zeichen seiner gesellschaftlichen Stellung und picenischen Herkunft. Anders als bei den nördlich der Alpen gefundenen Stücken, zeichnet ihn jedoch eine Inschrift als König aus. Diese findet man am rechten Stützpfeiler, in den, wie auch in sein Gegenstück auf der linken Seite, Lanzen eingraviert sind.[67] Es gibt u.a. bei Polybios[68] Aufzeichnungen, in denen der Autor über Leichenbegräbnisse angesehener, republikanischer Römer berichtet. Diese wurden mit Hilfe von Stützen, aufrecht stehend zur Rednerbühne gebracht. Dort wurde dann, meist durch einen nahen Verwandten, die Totenrede gehalten und der Verblichene ein letztes Mal der Menge präsentiert. Daher wird angenommen, dass der „Krieger von Capestrano“ genau in dieser Aufbahrungsart dargestellt ist. Weitere Unterschiede zu den mitteleuropäischen Stelen sind sein überaus mächtiges Gesäß und beim Vergleich mit dem Stück aus Hirschlanden die fehlende Nacktheit und somit die fehlende Darstellung des erigierten Penis als Ausdruck seiner Kraft bzw. seines gesellschaftlichen Standes. Dennoch besteht kein Zweifel, dass es sich auch in diesem Fall um den Repräsentanten einer starken Aristokratie mit wirtschaftlicher, politischer und vermutlich sogar religiöser Macht aus dem mitteladriatischen Gebiet handelt.[69] Aus Mittelitalien z.B. Etrurien und Picenum sind noch weitere Figuren mit dem gleichen Armgestus und dem gleichen Standmotive bekannt. Zwar sind diese nicht großfigurig, beweisen aber, dass ihre spezielle Formgebung in Italien kein Einzelfall war und sie durchaus als Vorbild für die nördlichen Beispiele gedient haben könnten. Dennoch gelten sie nicht als direkte „Vorfahren“, vielmehr sind es die Fragmente aus dem Gräberfeld und Heiligtum von Nesactium in Istrien/Kroatien[70], die, laut Christoph Huth[71], diese Stellung einnehmen. Unter ihnen befinden sich zwei rundplastische, wenig voluminöse Oberkörper mit dem typischen Armgestus. Ein anderes Stück zeigt einen detailreichen und muskulös gestalteten, nackten Unterleib mit dem Ansatz einer parallelen Beinstellung. Durch die Darstellung des Phallus, welche auch von anderen Stücken dieses Fundortes bekannt ist, rücken die Statuenfragmente enger an die hallstattzeitlichen als an die italienischen Plastiken heran und bilden somit das Bindeglied von Süden und Norden.

5 Die Schnabelkanne aus Grab 1 und ihr organischer Inhalt

Wie bereits bei der Fundbeschreibung erwähnt, stand rechts, oberhalb des Kopfes des toten „Fürsten“, aus Grab 1, eine Schnabelkanne (Abb.19). Sie war, wie die übrigen Funde, durch die wechselnden Bodenfeuchtigkeiten, Trockenprozesse und mikrobakterielle Zersetzung stark beschädigt. Dennoch konnte eine Rekonstruktion des Gefäßes und seiner Befestigung ausgearbeitet werden. Die aus Bronze gefertigte Kanne gilt mit ihrer Gesamthöhe von 52,5cm und einem Fassungsvermögen von ca. vier Litern als die größte der sechs bislang bekannten, keltischen Schnabelkannen[72]. Bei ihrer Deponierung hatte man sie in ein ungemustertes, leinwandbindiges Tuch gehüllt, welches am Kannenhals eingeschlagen worden war.[73] An dieser Stelle sowie am Kannenschnabel wurde eine klebrige Substanz, bestehend aus Holzteer, Bienenwachs und Fettanteilen festgestellt, diese sollte vermutlich das Auslaufen der Flüssigkeit, welche sich in der Kanne befand, verhindern. Um ein Umkippen zu vermeiden, wurde das Gefäß zusätzlich auf einen angepassten Holzboden gestellt und am Kannenfuß mehrmals von Bändern umschlungen. Diese liefen überkreuzend zum Kannenrand hinauf und bildeten zusätzlich eine praktische Tragevorrichtung (Abb.20). Gefertigt waren diese keltischen „Tragegurte“ aus leinwandbindigem Gewebe, das mit einem blauen Streifenmuster verziert worden war. Um eine hohe Strapazierfähigkeit und lange Flexibilität zu erreichen, waren sie zusätzlich gesäumt und mit einem anderen Material unterlegt.[74] Der Kannenkörper selbst wies acht vertikale Rippen auf. Sieben von diesen begannen auf der Schulter[75] und eine unterhalb der Henkelattasche. Die Verzierungen liefen kurz oberhalb des angesetzten Bodens in Dreiblattpalmetten aus, im Bereich dazwischen fanden sich weitere ornamentale und figürliche Verzierungen. [76]Auf der Standfläche des Bodens befanden sich Dekorationen, die acht konzentrische Bänder zeigten, wobei zusätzlich im dritten Band[77] eine Zickzacklinie und im fünften Band 44 Felder mit Andreaskreuzen und Kreuzblumen abwechselnd eingraviert worden waren (Abb.21). Der Henkel bildete einen weiteren wichtigen Bestandteil der Kanne. Er zeigte beim vorliegenden Exemplar eine Figurengruppe auf dem Mündungsrand, einen mehrteiligen Griff sowie eine Attasche in Form eines Menschenkopfes (Abb.23). Das Gesicht des Kopfes bestand aus den charakteristischen, großen, vorgewölbten, umrandeten Augen, gratig vorspringenden, mächtigen, geschwungenen Augenbrauen, einer klobigen, dreieckigen Nase und einem Mund mit Schnurrbart und Kinn (Abb.25). Eine Niete, welche durch das Kinn geschlagen worden war, wurde nahezu unsichtbar angebracht und verband den Kopf mit der Kannenwandung. Unter dem Gesicht fand sich ein großer Schild, den man separat an das Gefäß montiert hatte. Mit seinen Spiralmustern und den zwei Hasen neben dem Haupt hatte er eine rein zierende Funktion[78].

Besonders ins Auge fiel den Forschern die kleine, männliche Plastik aus der Figurengruppe (Abb.22), welche im Schneidersitz sitzend nachweisbar einen Kompositpanzer trug.[79] Der Panzer war auf der Rückseite, wie bei „Statue 1“ nochmals mit einem Rückenteil verstärkt. O. H. Frey sah diese zusätzliche Panzerung als einen Hinweis auf die Kampftechnik der Kelten, die vermutlich frei agierten und nicht starr in einer Phalanx, wie die Griechen, angeordnet waren.[80] Bei genauerer Betrachtung wurden Hakenmäander und Rauten auf der Rückseite des Panzers erkennbar. Als weitere Bekleidungsstücke konnten ein Gewand mit halblangen Ärmeln und eine kurze Hose identifiziert werden.[81] Die Haartracht bestand aus Buckellocken. Direkte Vorbilder ließen sich im griechischen bzw. etruskischen Raum finden. Jedoch ist der Frisurenstil 50 Jahre älter als die Kleinplastik auf der Kanne. Daher kann angenommen werden, dass er bereits während der Hallstattzeit aus dem Süden übernommen wurde[82]. Die Schneidersitzhaltung ist nicht aus dem Süden bekannt, dort saß man zu dieser Zeit auf Hockern bzw. Stühlen, nur einfache Handwerker benutzten den Boden als Sitzfläche. Anders verhielt es sich bei den Kelten, dort war es sogar üblich und wurde später schriftlich überliefert, dass man zusammen auf dem Boden weilte. Zur Figurengruppe gehörten weiter zwei sitzende, den Kopf der Mittelfigur zugewandte Sphingen (Abb.24) und zwei sich hinter ihnen befindliche, stilisierte Gesichter. Frey nimmt an, dass es sich bei dem Dargestellten um einen Gott bzw. um den „Herrn der Tiere“ handelte.[83] Er verwies auf verschiedene Beispiele in der frühkeltischen Kunst, wo eben diese Gruppe bzw. dieses Thema dargestellt wurde.

Der Griff der Kanne wurde mit Perlreihen und Kerben am oberen und unteren Abschluss der Rundbögen verziert (Abb.23). Weitere ornamentale und figürliche Verzierungen wies ein dünnes Zierblech unterhalb der Gesichtsattasche auf. Eine Platte, welche teilweise die Kannenmündung und den Schnabel bedeckte, war mit plastischen Spiralen, gravierten Rankenmotive und Hakenmäandern verziert.[84] Dass diese Kanne nicht für den täglichen Gebrauch genutzt wurde, kann wohl ohne Zweifel angenommen werden. Zum einen lässt dies die Befestigung des Henkels vermuten. Da das breite Zierblech unterhalb der Attasche, die Segmente auf der Deckplatte, welche nur verlängerte Henkelansätze vortäuschen, sowie die angestückelte, rechte Sphinx nicht zur Stabilität des Henkels beitragen, sondern reine Zierelemente bilden. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Henkel das Gewicht der Kanne mit 1350g und einer zusätzlichen Füllung von maximal 4900g über einen längeren Zeitraum nicht standgehalten hätte.[85]

Auch der Inhalt der Kanne deutete auf eine kultische Nutzung bzw. gezielte Herstellung als Grabbeigabe für eine Person mit höherer gesellschaftlicher Stellung hin. Denn bei näheren Untersuchungen des Inhalts konnte neben eingedrungener Erde eine „kompakte organische Masse“[86] nachgewiesen werden. Bereits kurz nach Beginn der Untersuchungen vermutete man, dass es sich dabei um den ursprünglichen Inhalt des Gefäßes handelte und nach zahlreichen naturwissenschaftlichen Untersuchungen konnte diese Annahme bestätigt werden. Durch chemische Analysen wurde u.a. Bienenwachs nachgewiesen und unter dem Mikroskop konnten eine Vielzahl von gut erhaltenen Pollenkörnern sichtbar gemacht werden. Damit bestand kein Zweifel, dass es sich bei der Substanz im Gefäß um Honig handelte. Dieser Fundumstand kann als ein wichtiger Glücksfall für die Forschung angesehen werden. Da nur die giftigen Kupfersalze, welche sich in den 2500 Jahren an den Kannenwänden gebildet hatten, den Blütenstaub vor bakterieller Zersetzung geschützt hatten. Weitere Belege für keltischen Honig waren bis zu diesem Zeitpunkt nur aus den großen Bronzekesseln von Hochdorf und Hohmichele belegt[87].

Nun stellte sich für die Archäologen eine neue Frage, nämlich mit wie viel Honig die Kanne ursprünglich gefüllt war. Durch die Ermittlung des Gesamt-Pollengehaltes konnte für die Schnabelkanne ein Durchschnittswert von 19,8 Millionen Pollenkörnern bestimmt werden, dies hätte einer Honigmasse von etwa 2kg entsprochen, auf das Volumen bezogen steht dieser Wert einer Füllung von 35% gleich. Da man davon ausgehen konnte, dass das Gefäß vollständig gefüllt war, musste die Frage nach der honighaltigen Flüssigkeit, welche sich in der Kanne fand, beantwortet werden. Man geht heute mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es sich bei der Flüssigkeit um einen hochwertigen Metansatz handelte[88], der noch nicht vergoren war, da sonst ein Nachweis von Pollen unmöglich gewesen wäre. Dabei waren es gerade diese Pollen, die den Metansatz so interessant für die Fachwelt machten. Es fanden sich bei den durchgeführten, archäobotanischen Untersuchungen eine große Anzahl verschiedener Pollenarten. Zum einen kann dies auf die floristische Vielfalt der eisenzeitlichen Nutzlandschaft um den Glauberg zurückgeführt werden. Zum anderen fanden sich auch „exotische“ Typen, die nicht mehr und auch in den letzten 200 Jahren nicht am Glauberg existierten. Woher kamen also diese Pollen bzw. die dazugehörigen Pflanzen? Einige der Gewächse waren u.a. im Thüringer Wald, der Rhön, dem Taunus und im Spessart heimisch, was Distanzen von bis zu 100km entsprechen würde (Abb.28). Vielleicht stellte dieser Umkreis sogar den Einflussbereich der Glauberg-Kelten dar. Für die These spricht, dass sich in den Grenzen dieses Areal die Fundstätten von Pfalzfeld und Heidelberg befinden. Von denen Steindenkmäler mit Blattkronen ähnlich der Glauberger Funde gekannt sind[89]. Es dürfte angenommen werden, dass Honig, der in diesen Regionen produziert wurde, zum Glauberg gelangte und dort mit den heimischen Honigen vermischt wurde. Natürlich kann es sich dabei nicht nur um die Füllung für eine einzelne Schnabelkanne gehandelt haben, sondern es sollte davon ausgegangen werden, dass der gemischte Honig in einem größeren Gefäß zusammenfloss und man ihn von dort nur abzweigte.[90]

Mit Hilfe der Untersuchungen konnten einige Pollentypen ihren Gewächsen zugeordnet werden, es fanden sich u.a. Kulturpflanzen wie Weizen, Roggen, Hirse und Gerste sowie Schlafmohn, Ackerbohne und Erbse. Überraschend war der Nachweis der Pollen von Sellerie, Liebstöckel, Anis und des Walnussbaums. Da es sich bei diesen um Kulturpflanzen handelt, von denen man annahm,[91] dass sie erst mit den Römern nach Mitteleuropa gekommen waren und in diesem Gebiet heimisch wurden.

6 Archäobotanische Ergebnisse zur Landschaftsentwicklung im Gebiet des Glaubergs

Neben den stattgefundenen Ausgrabungen und der durchgeführten Geoprospektion wurden auch Untersuchungen im Bereich der Archäobotanik für das Gebiet um den Glauberg durchgeführt. Diese Ergebnisse können helfen ein genaueres Bild der Glauberger Umgebung und ihrer Veränderungen in den letzten Jahrtausenden zu zeichnen. Heute zeigt sich das Gebiet der Wetterau vor allem von Ackerflächen, mit einzelnen Wäldern und Wiesen, dominiert.[92] Anders sah es 1200 v. Chr. aus, zu dieser Zeit begann sich die Buche in Hessen immer weiter auszubreiten.[93] Auch in der Wetterau wurde diese Baumart heimisch, anhand von Pollendiagrammen (Abb.27) konnte aber festgestellt werden, dass dies nicht überall flächendeckend geschah. Als Faktoren für diesen Vorgang können klimatische und edaphische Unterschiede Gründe gewesen sein. Dies ist aber für die festgestellten Schwankungen auf der nur etwa 600 km2 großen Untersuchungsfläche äußerst unwahrscheinlich. Die Anwesenheit des Menschen kann als dominierender Faktor angenommen werden, wie durch pollenanalytische Untersuchungen bewiesen werden konnte.[94] Durch die Auswertung der Ergebnisse konnten für die Wetterau zwei Naturräume bestimmt werden. Zum einen das agrarwirtschaftliche Zentrum der Wetterau mit den von Löss dominierten Böden und zum anderen die östlichen Randlagen, welche bereits in Richtung des Vogelsberg liegen. Vor allem das bereits angesprochene Buchenwachstum unterschied sich in diesen Gebieten sehr stark, wurden in den Randlagen Werte von 30% für die Buche innerhalb der Pollendiagramm erreicht[95], waren es im Zentrum nur 10% bis 15% (Abb.3 u. Abb.26). Dies kann als direkter Anhaltspunkt für das Siedlungsverhalten der bronzezeitlichen Menschen gesehen werden.[96] In den folgenden Jahrhunderten änderte sich an dieser Vegetationsverteilung nicht viel.[97] Erst ab dem 7. Jahrhundert zeigten sich, wie in den Pollendiagrammen[98] ersichtlich, erhebliche Veränderungen, die auf eine grundlegende Umstrukturierung der Vegetation hindeuten. Die Buchenwälder in den Randlagen wurden entweder vollkommen gerodet oder noch intensiver genutzt. Etwa zur gleichen Zeit konnte dieser Effekt in Pollendiagrammen für andere Gebiete Deutschlands festgestellt werden.[99]

Was könnte der Grund für diese Ausdünnung der Wälder sein? Einige Forscher sehen die eisenzeitliche Eisenproduktion bzw. die Verhüttung des Metalls als Grund, leider kann diese Annahme für das Glauberger Gebiet nicht zutreffen. Da bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Belege für prähistorische Metallverhüttung in diesem Gebiet gefunden werden konnten und Lagerstätten von Kupfer und Zinn ganz fehlen. Es musste einen anderen Grund für das Verschwinden der Buchen geben, wie z.B. eine stärkere Weidetätigkeit. Durch die Nutztiere, wie Schafe oder Rinder, wurden auf den Wildweiden die jungen Buchensprösslinge vertilgt, dieser Umstand behinderte ein Nachwachsen des Waldes stark.[100] Zwar wurde die Buche in dieser Zeit stark verdrängt, aber anhand der Pollendiagramme konnte festgestellt werden, dass die Anzahl der Gräser und Grünlandpflanzen zunahm. Dieser Umstand stellte sich als Vorteil für die Ernährung des Viehs dar, da diese Gewächse wesentlich mehr Nährwerte besaßen als die üblichen Waldkräuter[101] und folglich bessere Futterpflanzen darstellten.

Weiter konnte infolge der umfangreichen Untersuchungen festgestellt werden, dass im 7.Jahrhundert nicht allein die Lössböden als bewirtschaftete Flächen genutzt wurden, sondern verstärkt die feuchten Lagen und Auenbereiche. Es wurde belegt, dass die noch in der Bronzezeit bestandenen Erlenwälder in der Nidderaue am Fuß des Glaubergs, durch baumfreie Großseggenrieder ersetzt wurden. Man geht nach heutigem Forschungsstand davon aus, dass die Menschen dieser Epoche die Wälder bewusst rodeten mit dem Ziel neue Wirtschaftflächen zu schaffen.[102] Des Weiteren entstanden Streu- und Nasswiesen, welche vermutlich für die Stalleinstreu eine wichtige Rolle spielten. Daraus kann geschlussfolgert werden, dass die eisenzeitlichen „Glauberger“ den wirtschaftlichen Vorteil der neuen Weidefläche erkannten und dadurch ihr Vieh mit weniger Arbeitsaufwand besser versorgen konnten. Mit Hilfe weiterer Pollendiagramme konnte belegt werden, dass erst zur Zeitwende neue Erlenwälder die Auenlagen zurückeroberten. Von einer intensiven wirtschaftlichen Nutzung dieser Bereiche in der gesamten eisenzeitlichen Periode kann ausgegangen werden.[103]

Abb. 3 Pollendiagramm Heegheim aus der Nidderaue am Fuße des Glaubergs

Abb. 3 Pollendiagramm Heegheim aus der Nidderaue am Fuße des Glaubergs

Neben den bereits vielfach erwähnten Pollendiagrammen, sprechen ebenso sedimentologische Untersuchungen für die Theorie der Viehhaltung in den Auenlagen. Ihre Auswertung zeigte einen zeitgleichen Anstieg der Phosphatwerte in der Nidderaue, welche vermutlich durch Fäkalien verursacht wurde, was wiederum ein Hinweis auf dort gelegene Viehlagerstätten oder Viehtränken wäre.[104]

Zusammenfassend könnte folgendes Vegetationsbild für die östliche Wetterau und die Vogelsbergrandlagen von 700 v. Chr. bis 300 v. Chr. gezeichnet werden: Die dichten Buchenwälder werden gerodet und durch Hudelandschaften[105] und Nutzflächen ersetzt, in den Auenlagen entstehen Streuwiesen, Großseggenriegen und vereinzelt Erlenwälder. Um 500 v. Chr. können kleinräumigere und sehr unterschiedliche Vegetationsentwicklungen belegt werden, diese werden als Hinweis auf ein differenzierteres Siedlungs- und Nutzungsmuster angesehen. Etwa ab dem 3. Jh. v. Chr. ist wieder eine bis in die Randlagen intensiv und einheitlich genutzte Wetterau erkennbar.[106] Sicherlich werden weitere Untersuchungen und die weitere Auswertung der Ergebnisse diese Thesen untermauert bzw. neue Denkanstöße liefern.

Für die vorliegende Arbeit ist jedoch die Beantwortung der Frage, inwieweit am Glauberg eine keltische Siedlung bestand und wenn ja, wo genau sich diese befand, von größerer Bedeutung. Da erst durch die Auffindung dieser Niederlassung der Glauberg in den Status eines „richtigen“ keltischen Fürstensitzes erhoben werden könnte. Seit 2004 finden archäobotanische Untersuchungen im Rahmen eines Forschungsschwerpunktes der Deutschen Forschungsgemeinschaft statt. Dieses Projekt beschäftigt sich im Hauptpunkt mit der Erforschung der Siedlungshierarchien und Urbanisierungsprozessen der frühkeltischen Zivilisation im Verhältnis zur Landwirtschafts- und Landschaftsentwicklung. Viele neue Fragen wurden durch die Befundsituation am Glauberg aufgeworfen. Wodurch wurde der scheinbare Reichtum der Glauberger begründet? Wo lebten der Fürst, seine Sippe und die übrige Bevölkerung? Wie wurde die Ernährung der dort lebenden Menschen gewährleistet? Wurden das Landschaftbild und die Agrarwirtschaft durch die gesellschaftliche Umgestaltung im 6. und 5. Jh. v. Chr. verändert?[107] Die mittels Großrestuntersuchung erhaltenden Ergebnisse der Siedlungsstrukturen, die im Bereich der Annexwälle freigelegt worden waren, wurden mit denen anderer ländlicher Siedlungen der Späthallstatt- und Frühlatènezeit des Umlandes außerdem mit der allgemeinen bronze- und eisenzeitlichen, landwirtschaftlichen Entwicklung in Hessen verglichen. Trotz der relativ kleinen Grabungsfläche im Bereich der Annexwälle[108] konnten 88 verschiedene Pflanzenarten, darunter elf Kulturpflanzen und sieben wild gesammelte Nahrungspflanzen, nachgewiesen werden. Weiter wurde für die Eisenzeit ein komplettes und eindrucksvoll reiches Getreidespektrum mit Emmer, Dinkel, Gerste, Nacktweizen, „Echte Hirse“ und Einkorn belegt. Zusätzlich fanden sich alle vier Hülsenfruchtarten, die in dieser Zeitstufe bekannt waren[109], sowie die Ölpflanze Leindotter. Neue wichtige Anhaltspunkte zum Alltagsleben der Glauberger Kelten lieferten die Reste von sieben essbaren Sammelpflanzen, u.a. Weißdorn, Haselnuss, Himbeere und Holunder. Gewöhnlich lag die Anzahl der, anhand von verkohlten Überresten, nachgewiesenen Sammelobst- bzw. Nussarten, in 36 vergleichbaren Siedlungen bei einer bis drei Arten. Man kann demnach für den Glauberg eine überdurchschnittlich gute Versorgungslage annehmen. Dies könnte als Hinweis für die hierarchische Stellung des Ortes als zentraler Sitz eines Oberhauptes gedeutet werden. Es ist verwunderlich, dass trotz der vielen verschiedenen Kulturpflanzenarten ihre Pflanzenrestdichte, verglichen mit anderen Fundorten dieser Zeit, ungewöhnlich gering ist.[110] Dieses Ergebnis wirft eine neue Frage auf, welche gleichzeitig einer der wichtigsten Fragen des DFG-Projekts ist. Waren die an „zentralen Orten“ wie dem Glauberg Ansässigen überhaupt selbst in die Landwirtschaft eingebunden? Die bereits angesprochenen, niedrigen Werte von verkohlten Pflanzenresten im Bereich der Annexwälle lassen sich mit denen römischer Wachtposten am Limes gleichsetzen. Dies könnte bedeuten, dass es sich bei den ergrabenen Siedlungsstrukturen nicht um eine landwirtschaftliche „Produzenten –Siedlung“ handelte, sondern eventuell um Strukturen einer höheren, gesellschaftlichen Schicht (z.B. „Fürstensitz“, Herrscherhof) bzw. eines Kulthandlungsortes.

Hinweise für eine „Produzenten-Siedlung“ fanden sich bei Grabungen in den Jahren 2005/2006 im Bereich der Flur „Klause“ am Fuße des Glaubergs. Die Mainzer Archäologen fanden dort frühlatènezeitliche Siedlungsreste darunter mehrere Pfostengruben, Kegelstumpfgruben und Grubenhäuser. Auch hier konnten mittels archäobotanischer Untersuchungen Überreste von Pflanzen, welche ein Alltagsleben belegten, sichergestellt werden. Die Vergleiche der Pflanzenreste von „Klause“ und Glauberg sollen nun Hinweise auf die örtlichen Aktivitäten liefern. Es ist durchaus denkbar, dass sich am Fuße des Glaubergs die eigentliche Siedlung befand und das Areal um die Annexwälle für Feste bzw. kultische Vorgänge genutzt wurde[111]. Weitere Untersuchungen und die weitere Auswertung der archäobotanischen Ergebnisse werden zeigen, ob sich diese Annahme als vertretbar erweisen wird.

7 Abschlussbetrachtungen

Mit Hilfe der vorrangegangen Darstellungen sollen nun die gewonnen Erkenntnisse in einen gemeinsamen Kontext gesetzt und zusammengefasst werden. Des Weiteren soll versucht werden die Stellung des Glaubergs in keltischer Zeit zu definieren. Aufgrund des Grabinventares aus dem sog. „Fürstengrab 1“ im Grabhügel 1 kann unzweifelhaft davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem Bestatteten um eine Person gehandelt haben muss, die zu ihrer Zeit in der keltischen Gesellschaft einem höheren Stand angehörte bzw. ein besonderes „Amt“ bekleidete. Die Belege, die diese Theorie unterstützen sind vielfältig. Nicht nur der goldene Halsring, welcher in seiner Machart als einzigartig gilt und dessen Fund in einem frühlatènezeitlichen Grab äußerst ungewöhnlich ist[112], stellt eine Besonderheit dar. Auch die Ausstattung mit einem Arm- und einem Fingerring mit Schauseite sind Hinweise für die Sonderstellung des Toten. Da bereits aus den „Fürstengräbern“ von Rodenbach in der Pfalz und Weiskirchen III im Saargebiet eine solche Kombination von Fundstücke bekannt ist[113]. Neben dem Schmuck können auch die Waffenfunde als weitere Belege herangezogen werden. Der im Grab 1 in Grabhügel 1 aufgefundene Schwerttypus mit Bronzescheide und verziertem Ortband ist für die Stufe La Tène A aus dem Bereich zwischen Champagne und Mittelrheingebiet sowie aus Niederösterreich bekannt. Größtenteils handelt es sich bei den Fundorten um Gräber, die als „Fürstengräber“ angesprochen werden. Es kann daher angenommen werden, dass es sich beim „Glauberger Schwert“ aus Grab 1 um ein Abzeichen für den Angehörigen einer Elite handelt. Eine weitere Parallele zu einem anderen „Fürstengrab“ kann mit Hilfe des Köchers und den drei Pfeilen aus dem Glauberger Grab 1 geknüpft werden. Bei dem Vergleichsfund handelt sich um das „Fürstengrab“ bzw. Grab VI von Hohmichele. Auch hier wurde ein Köcher mit Pfeilen gefunden, die mit den Spitzen nach oben deponiert worden waren. Diese Anordnung und die Tatsache, dass es sich im Glauberger Fall nur um 3 Pfeile handelte, lassen auf eine rein symbolische Bedeutung der Distanzwaffe schließen. Auch der Schild, den man dem Toten über die Brust gelegt hatte, gehört zu einem der wenigen Funde von Schutzwaffen mit Schildbuckel für die Stufe La Tène A und könnte somit als ein weiteres Indiz für die Sonderstellung des Toten gesehen werden. Ungewöhnlich für ein Grab mit dieser reichen Ausstattung war, dass man dem Toten keinen Helm mit ins Grab gegeben hatte, obwohl diese Bestattungssitte aus anderen Kriegergräbern z.B. in der Champagne oder dem Grab vom Dürrnberg bekannt ist. Daher gehen die Forscher davon aus, dass die Blattkrone womöglich die Stellung des Helms im Bestattungsritual übernahm. Warum sich die Kelten am Glauberg gerade für solche eine Kopfbedeckung entschieden, kann nur rein spekulativ beantwortet werden. Ob der Tote auch wie der sog. „Glauberg- Mann“ einen Panzer aus Leinen oder Leder trug, kann nicht genau geklärt werden, da keine Überreste der Kleidung, bedingt durch die Bodenverhältnisse, geborgen werden konnten. Dabei würden gerade diese beiden Funde es ermöglichen, eine noch engere Beziehung zwischen dem Toten aus Grab 1 und dem sog. „Glauberg-Mann“ zu knüpfen. Kein Betrachter kann die bestechenden Ähnlichkeiten der Insignien von Statue und Bestatteten leugnen. Ob es sich bei dem Dargestellten aber tatsächlich um den Toten handelt, sollte bezweifelt werden. Dafür fehlt der Figur die Individualität, zeigt sie doch ausschließlich den Ornat eines Kriegers bzw. eines Manns in einer besonderen Stellung und nicht einen bestimmten Menschen. In diesem Zuge sei auf die Bruchstücke der übrigen Statuen hingewiesen. Die man unweit der großen Stele bergen konnte. Es sollte davon ausgegangen werden, dass nicht direkt der Tote im Grab 1 dargestellt wurde, sondern vielmehr eine Person eines bestimmten Ranges. Die Panzerung und die Bewaffnung der „Statue 1“ mit einem, wenn auch verkleinert dargestellten, Schwert könnten als Hinweise für die Darstellung eines Kriegers gedeutet werden. Da der genaue Standort der einzelnen Figuren nicht sicher belegt werden kann, ist es schwer eine eindeutige Beziehung zwischen dem Toten im Grab 1 und der „Statue 1“ zu knüpfen. Ebenso wirft die scheinbar gezielte Deponierung, zumindest hat es beim „Glauberg- Mann“ den Anschein, im Kreisgraben von Grabhügel 1 weitere Fragen auf, deren Klärung nie wirklich gelingen kann. Man nimmt heute an, dass die Statuen im „Heiligen Bezirk“ aufgestellt waren und einem bestimmten Kult dienten. Ob es sich dabei wie von F.R. Herrmann angenommen um einen Ahnenkult handelte, bleibt offen[114].

Die These, dass es sich beim Glauberg um einen weiteren deutschen „Fürstensitz“ handelte, wird nicht allein durch archäologische Funde und Befunde bestärkt, sondern auch die naturwissenschaftlichen Nachbardisziplinen liefern eindeutige Hinweise dafür. Der Inhalt der Schnabelkanne aus Grab 1 lieferte weitere, wichtige Hinweise zur eventuellen Größe des Einflussbereiches der „Glauberger Kelten“. Die Untersuchungen des Honigs in der Schnabelkanne zeigten, dass dieser nicht aus den Pollen einer einzigen Pflanze gewonnen wurde, sondern es sich vielmehr um einen Mischhonig handelt, der aus den Pollen verschiedener Pflanzen bestand. Viele dieser Pflanzen fanden sich nicht im unmittelbaren Umfeld der Wetterau, sondern in einem Umkreis von bis zu 100km. Ob dieses Gebiet gleichzeitig den Einflussbereich des „Glauberger Fürsten“ darstellte müssen weitere Untersuchungen klären. Jedoch könnte ein Hinweis für die Richtigkeit dieser Theorie die Tatsache sein, dass sich im „Einzugsbereich“ des Honigs ebenfalls die beiden Vergleichstücke für die Darstellung der Blattkrone fanden, die „Pfalzfelder Säule“ und das „Heidelberger Kopffragment“.

Neben diesen Pollenuntersuchungen wurden weitere, die Landschaftsveränderungen am Glauberg betreffende Untersuchungen durchgeführt. So zeigen archäobotanische und sedimentologische Analysen einen gravierenden Wandel in der Landschaft am Glauberg an. Aus den ehemals stark bewaldeten Gebieten wurde immer mehr eine Kulturlandschaft mit Hudelandschaften und Nutzflächen. Des Weiteren entwickelte sich das Gebiet der Wetterau um 500 v. Chr. unterschiedlich. Forscher gehen von einer unterschiedlichen Nutzung und Besiedlung aus. Diagramme aus den Randlagen weisen weitaus höhere Buchenwerte als Pollendiagramme im direkten Umfeld des Glaubergs auf. Es wird angenommen, dass der unmittelbare Bereich um den Berg fortwährend genutzt wurde und die landwirtschaftlichen Nutzflächen im Bereich der Randlagen entweder aufgegeben wurden und sich die Wälder erholten, oder es eine Veränderung innerhalb der Waldbewirtschaftung gab.[115] Diese Untersuchungen werden zusätzlich durch die sedimentologischen Untersuchungen bestätigt. Sie zeigen starke Veränderungen in den Sedimentschichten der Nidderaue am Fuß des Glaubergs. Die dort gemessenen Phosphorwerte zeigen einen deutlichen Anstieg an, was als ein Hinweis auf Viehtränken oder Viehlagerstätten in der Aue gedeutet werden könnte.[116]

Diese Hinweise auf Nutztierhaltung und landwirtschaftliche Nutzung des Areals um den Glauberg lassen den Schluss zu, dass es im näheren Umfeld des „Fürstengrabhügel 1“ und des sog. „Heiligen Bezirks“ eine Produzentensiedlung gegeben haben könnte. Im Rahmen des DFG –Projekts „Frühe Zentralisierungs– und Urbanisierungsprozesse – Zur Genese und Entwicklung „frühkeltischer Fürstensitze“ und ihres territorialen Umlandes“ wurde ab 2004 mit neuen Ausgrabungen, die den Glauberg und das Umfeld betrafen, begonnen. Zwar fanden sich im Bereich der „Annexwälle“ Hinweise auf frühlatènezeitliche Siedlungsstrukturen mit einer hohen Anzahl von verschiedenen Pflanzenarten, aber die Menge der Konzentration von verkohlten Pflanzenresten in den Abfallgruben war im Verhältnis zu anderen Siedlungen der gleichen Zeit weitaus geringer. In den Jahren 2005/2006 wurden weitere frühlatènezeitliche Siedlungsspuren in der Flur „Klause“ entdeckt, auch hier wurden archäobotanische Untersuchungen vorgenommen. Zwar liegt bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Auswertung dieser Proben vor, dennoch können erste Tendenzen abgelesen werden. Diese lassen vermuten, dass es sich bei den Siedlungsspuren an den Annexwällen vermutlich um einen Ort mit besonderer hierarchischer Stellung innerhalb der keltischen Gesellschaft am Glauberg handelte, z. B. einen Kult oder Zentralort. Wohingegen die Siedlungsstrukturen im Bereich der Flur „Klause“ auf die eigentliche Siedlung hindeuten. Nun müssen weitere Untersuchungen klären ob diese Annahmen richtig sind und der Bereich der Annexwälle mit den freigelegten Siedlungsstrukturen am Fuße des Berges in eine “Konsumenten- Produzenten Beziehung“ gesetzt werden kann.

Das der Glauberg zu den übrigen „Fürstensitzen“ gezählt werden kann, sollte nicht bezweifelt werden. Doch sind es die Unterschiede zu anderen Fundorten respektive „Fürstensitzen“, die diesen Fundort so interessant machen. Seine weitere Erforschung ist für die Archäologie von großer Wichtigkeit, da er ein Bindeglied zwischen „Hallstatt“ und „La-Tène- Zeit“ darstellt und die Riten sowie die geistige Gedankenwelt beider Zeiten auf seinem Gebiet vereint.

Literaturverzeichnis

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Fußnoten

[1] Ade – Willmy 2007, 9

[2] Als politisch einheitliche Kraft agierten die Stämme nur einmal zusammen, am Ende des Krieges gegen Caesars Okkupationsarmee.

[3] In der Nähe liegt ein Salzstollen, welcher schon in prähistorischer Zeit genutzt wurde. Hier fanden sich u.a. im Salz erhaltene Arbeitsgeräte der vorgeschichtlichen Bergmänner.

[4] Vermutlich gehörten sie zu einer eisenzeitlichen Brücke.

[5] Richter 1959, 1

[6]E. Alberus , Kurzen Beschreibung der Wetterau (unbekannt 1546)

[7] M. Merian, Topographia Hessiae2 (Frankfurt a. M. 1655)

[8] Ph. Dieffenbach, Archiv f. Hess. Geschichte und Altertumskunde, 1842, 182 ff.

[9] G. Simon, Die Geschichte des reichständigen Hauses Ysenburg – Büdingen (Frankfurt a. M. 1865)

[10] G. Wiesenthal, Ein alter Grabungsbericht vom Glauberg. Volk und Scholle 15, 1937, 212-214

[11] F. Kofler , Die Glauburg bei Lindheim in Oberhessen, Quartalbl. Hist. Ver. Hessen 4, 1885, 9 – 14

[12] Siehe: H. Wagner, Kunstdenkmäler im Großherzogtum Hessen. C. Oberhessen. Kreis Büdingen (Darmstadt 1890) 149 Abb. 72

[13] Anthes 1914, 73

[14] Herrmann 2002a, 92

[15] Richter 1959 ,5

[16]Herrmann 2002a, 92

[17] Hermann 2002a, 93

[18] Abschluss 2001

[19] Hermann 2002a ,93

[20] Hansen, Pare 2005, 10-15; Hansen 2008, 25-26

[21] Hansen 2008, 26- 30

[22] Hansen 2002 ,21 – 34

[23] Hansen 2008 , 34

[24] Zusätzlich wurden im Hügel ein weiteres Grab im Südosten und eine fundleere Grube in der Hügelmitte freigelegt.

[25] Herrmann2002, 99

[26] Herrmann 2002a, 99

[27] Herrmann2002a, 99 – 100

[28] Herrmann 2002a, 100

[29] Bodis- Martins 2002, 132- 134

[30] Kunter u.a. 2002, 114

[31] Czarnetzki 1985, 43- 45

[32] Kunter u.a. 2002, 114

[33] Kunter u.a. 2002, 114

[34] Herrmann 2002a, 100

[35] Vgl. Goldener Halsring aus dem „Fürstinnengrab“ von Reinheim

[36] Adler 2003 ,177

[37] Frey 2002, 178

[38] Frey 2008, 37

[39] Herrmann 2002a, 101

[40] Vermutlich zerbrach der Draht bzw. die Krone als die Grabkammer einstürzte.

[41] Fröhlich 2006, 34 –36

[42] Fröhlich 2006 ,36

[43] Joachim 2008, 83

[44] Herrmann 2002a, 104, Abb. 69

[45] Herrmann 2002a, 104

[46] Es wird angenommen, dass sie ursprünglich im „Heiligen Bezirk“ stand. Dies konnte aber bislang nicht durch Befunde/Funde belegt werden.

[47] Herrmann 2002a, 105

[48] Herrmann 2002a, 105

[49] Frey 2002b 217

[50] Hansen 2003, 97

[51] Hansen 2003 ,97

[52] Herrmann 2002a, 105

[53] Frey 2002, 208b

[54] Frey 2002, 208b

[55] Es sollt darauf hingewiesen werden, dass die Anfertigung des Heidelberger Stücks und des Stücks vom Glauberg vermutlich unterschiedlich war.

[56] Herrmann 2002a, 105

[57] Vermutlich war diese Stele ursprünglich doppelt so hoch.

[58] Vgl. „Statue 1“ vom Glauberg; „Kopffragment aus Heidelberg“

[59] Diese wurden ebenfalls aus dem Grabenannexbereich des Grabhügels 1 geborgen.

[60] Herrmann 2002,106; Frey 2002b, 23

[61] Herrmann 2002, 107

[62] Huth 2003, 99

[63] Frey 2002c, 24

[64] Frey 2002b, 214, Abb. 202

[65] Frey 2002, 25

[66] Aus diesem sind noch die Fragmente einer weiblichen Figur bekannt und eine dritte Plastik gilt als verschollen ; Frey 2002b 214

[67] Frey 2002b, 214

[68] Polybios 6, 53

[69] Frey 2002b, 214

[70] Frey 2002b, 216 Abb. 205.206

[71] Huth 2003

[72] Bosinski u.a. 2002, 139

[73] Bartel u.a. 2002, 163

[74] Bartel u.a. 2002, 164

[75] Die Schulter weißt im Vergleich zu etruskischen Stücken einen ungewöhnlich scharfen Umbruch auf.

[76] Bosinski u.a.2002, 139

[77] Von außen gesehen

[78] Frey 2007, 14

[79] Vgl. “Statue 1”

[80] Frey 2007, 15

[81] Bosinski u.a. 2002, 139

[82] Frey 2007, 15

[83] Frey 2007, 15; von Frey auch als „Herr der dämonischen Wesen“ bezeichnet.

[84] Bosinski u.a.2002, 139

[85]Bosinski u.a.2002, 143

[86]Rösch 2002, 119

[87] Rösch 2002, 119

[88] Rösch 2002, 119

[89] Herrmann 2005, 27

[90] Rösch 2002, 120

[91] Rösch 2002, 120

[92] Stobbe 2008, 211-222

[93] Nach Untersuchungen war diese Ausbreitung zwischen dem 9. und 8. Jahrhundert v. Chr. abgeschlossen.

[94] Stobbe 2008, 215

[95] Stobbe – Kalis 2002, 125

[96] Stobbe 2008, 216

[97] Nutzung der Randlagen durch den Menschen kann belegt werden.

[98] Vgl. Stobbe 2008, 219 Abb. 7 sowie Abb. 8

[99] Rösch 1996, 65 – 79; Dörfler u.a. 2000, 129 – 146

[100] Stobbe 2008,218

[101] Stobbe 2008, 218

[102] Stobbe 2008,218

[103] Stobbe 2008, 218

[104] Stobbe 2008, 221

[105] Lichte Wälder mit wenig Unterwuchs sowie großkronigen, alten Bäumen.

[106] Stobbe 2008, 222

[107] Kreuz 2008, 223

[108] 2004-2005 wurden dort Siedlungsspuren der Frühlatènezeit ergraben

[109] Erbse, Linse, Linsenwicke, Ackerbohne

[110] Kreuz 2008, 226

[111] Kreuz 2008, 226

[112] Adler 2003, 177

[113] Frey 2002, 178

[114] Herrmann 2002a, 107

[115] Stobbe 2008, 222

[116] Stobbe 2008, 221

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Hansen – Pare 2006,1
Abb. 2: Pinsker 2008, 77, Abb. 31
Abb. 3: Stobbe 2008, 221, Abb. 11
Abb. 4: Herrmann 2002a, 103, Abb.68
Abb. 5: Herrmann 2002a, 100, Abb. 63
Abb. 6: Kuckenberg 2004, 57
Abb. 7: Herrmann 2005, 24, Abb. 10
Abb. 8: Frey 2008, 36, Abb. 2
Abb. 9: Pinsker 2008, 64, Abb. 13
Abb. 10: Frey 2008, 37, Abb. 4
Abb. 11: Frey 2008, 36, Abb. 1
Abb. 12: Herrmann 2002c, 21
Abb. 13: Frey 2008, 49, Abb. 19
Abb. 14: Pinsker 2008, 57, Abb. 34
Abb. 15: Pinsker 2008, 78, Abb. 32
Abb. 16: Frey 2002b, 208, Abb. 190
Abb. 17: Frey 2002b, 210, Abb. 191
Abb. 18: Frey 2002b, 215, Abb. 203
Abb. 19: Herrmann 2002b, 242, Abb. 233
Abb. 20: Bosinski u.a. 2002, 164, Abb. 132
Abb. 21: Bosinski u.a. 2002, 140, Abb. 98
Abb. 22: Pinsker 2008, 62, Abb. 11
Abb. 23: Herrmann 2002b, 243, Abb. 234
Abb. 24: Frey 2008, 51, Abb. 23
Abb. 25: Frey 2008, 38, Abb. 5
Abb. 26: Stobbe 2008, 219, Abb. 11
Abb. 27: Stobbe 2008, 217, Abb. 6
Abb. 28: Herrmann 2005, 27, Abb. 15

Abbildungen (werden demnächst eingefügt)

  1. #1 von Alexandra Südekum am 26. September 2010 - 19:16

(wird nicht veröffentlicht)