Bretagne…

… Alignements, Menhire und Dolmen

Begrenzt wird die Betragne im Norden und Westen vom Atlantik (bzw. dem Ärmelkanal). Unterteilt ist diese Region in die etwa vier gleich große Départements Cotes d‘ Armor, Finistère, Ille-et-Vilaine und Morbihan. Die Gesamtfläche beläuft sich auf 27.208 km².

Ziel meiner Reise war die Gegend um Carnac im Département Morbihan, daher beschränken sich die folgenden Beiträge auf dieses Gebiet…

Bretagne

Bretagne (Quelle: Wikipedia)

Morbihan (Quelle: Wikipedia)

Morbihan (Quelle: Wikipedia)

Die Alignements von Carnac

Errichtet wurden die Alignements von Carnac im Neolithikum zwischen dem 5. und dem 3. Jahrtausend. Diese Steinbauten, die in Reihen angeordnete Menhire und Steingehege (Enceinte) kombinieren, sind in eine megalithische Landschaft mit isoliert stehenden Menhiren, Einzelgräber und Dolmen eingebunden.

Übersichtsplan Alignements Carnac (Quelle: Alexandra Südekum)

Übersichtsplan Alignements Carnac (Quelle: Alexandra Südekum)

Le Ménec: Dieses westlich von Carnac gelegene Feld besteht heute aus 1050 Steinen, die über eine Länge von 950 m angeordnet sind. Das Dorf Le Ménec befindet sich inmitten eines Steingeheges aus 71 dicht stehenden Steinblöcken. Einer der Blöcke des Steingeheges, der „Riese von Le Ménec“ ist 3,5 m hoch und wahrscheinlich älter als das Alignement selbst.

Toul-Chigan: bildet die Ostverlängerung der Anlage von Le Ménec und stößt auf ein Steingehege, von dem noch zwei Seiten erhalten sind. Einige allein stehende Monolithe erheben sich weiter östlich inmitten der Landschaft.

Kermario: zeichnet sich durch große Monolithen aus. Im Westen macht die Straße eine Kurve – vermutlich befand sich dort das Steingehege, dass den Abschluss der Anlage markierte. In diesem Bereich befindet sich ein Dolmen, jedoch ohne den ursprüglich vorhandenen Cairn.

Le Manio: In Le Manio verlaufen die Menhirreihen über ein Hügelgrab hinweg, das bereits vor ihrer Errichtung existierte. Auf dessen höchster Stelle befindet sich ein ein 3,5 m großer Menhir.

Steingehege von Le Manio: Das viereckige Steingehege von Le Manio, weiter östlich, ist eine Anfang des 20. Jh. restaurierte Anlage aus 1m hohen Blöcken aus lokalen Granit. Sie sind aneinander gesetzt und umgrenzten nach alten Beschreibungen ein Hügelgrab.

Der Riese von Le Manio, weiter südlich, ragt knapp 6 m gen Himmel.

Kerlescan: Dieses Feld besteht aus den dreizehn am besten erhaltenen Menhirreihen. Die Alignements im Westen laufen auf die Überreste einen viereckigen Steingeheges zu. Jenes wird im Norden durch ein Hünenbett abgeschlossen, an dessen äußerem westlichen Ende ein hoher Menhir steht.

Le Petit Ménec, auf dem Gebiet der Gemeinde La Trinité-sur-Mer verlängert mit seinem Steinreihen die Anlage von Kerlescan.

Le Ménec (Quelle: Alexandra Südekum)

Le Ménec (Quelle: Alexandra Südekum)

Le Manio (Quelle: Alexandra Südekum)

Le Manio (Quelle: Alexandra Südekum)

Die Megalithik von Locmariaquer

Locmariaquer ist eine kleine Gemeinde in der Bretagne. Gelegen ist diese auf einer Halbinsel, die den Atlantik vom Golf von Morbihan trennt. Insgesamt erstreckt sich die Gemeinde  über eine Fläche von ca. zwei km². Locmariaquer mit ca. 1.600 Einwohnern, liegt südlich von Auray, an der Mündung des gleichnamigen Flusses Auray, knapp 12 Kilometer von der Stadt Carnac entfernt.

Locmariaquer (Quelle: Wikipedia)

Locmariaquer (Quelle: Wikipedia)

Lageplan Locmariaquer (Quelle: Alexandra Südekum)

Lageplan Locmariaquer 1. Grand Menhir Brisé; 2. Er Grah; 3. Table des Marchand; 4. Informationszentrum (Quelle: Alexandra Südekum)

Die megalithische Anlage von Locmariaquer gilt als eine der spektakulärsten der Welt. Nach jüngsten Untersuchungen ist die Stätte in drei Phasen errichtet worden.  In der ersten Phase (5. Jahrtausend v. Chr.)wiesen einzelne oder als Alignement aufgerichtete Monolithen auf einen vermutlich heiligen Ort hin. Hierbei handelte es sich um riesige Menhire mit einer Größe von 6 bis 20 m. Am eindrucksvollsten war, damals wie heute, der mit Gravuren verzierte „Grand Menhir Brisé“ von Locmariaquer (ca. 4300 v. Chr.).  In der zweiten Phase (um 4000 Chr.) entstand die Grabstätte, zunächst als Einzelgrab (Tumulus „Er Grah“) und in der dritten Phase als Kollektivgrab (Dolmen „Table des Marchand“).

Grand Menhir Brisé (Quelle: Alexandra Südekum)

Grand Menhir Brisé (Quelle: Alexandra Südekum)

hire. Im Hintergrund "Grand Menhir Brisé". (Quelle: Alexandra Südekum)

Rekonstruktion der Standspuren ehemaliger Menhire. Im Hintergrund "Grand Menhir Brisé". (Quelle: Alexandra Südekum)

Tumulus Er Grah, Längsseite (Richtung Norden) (Quelle: Alexandra Südekum

Tumulus Er Grah, Längsseite (Richtung Norden) (Quelle: Alexandra Südekum)

"Table des Marchand" (Quelle: Alexandra Südekum)

"Table des Marchand" (Quelle: Alexandra Südekum)

Tumulus St. Michel

Der Grabhügel St. Michel, östlich gelegen der Stadt Carnac, ist der größte seiner Art im kontinentalen Europa. Komplett  ist der Hügel 125 m lang, 60 m breit und knapp 10 m hoch und verläuft in Ost-West Richtung. Allein die obere Plattform hat eine Länge von 75 m. Die Hügelkonstruktion an sich besteht aus einem gestreckten ovalen Steinkern über dem eine mächtige Tonschicht liegt,  wobei die Oberfläche aus Steinen besteht. Auf dem Tumulus liegt die namengebende Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, in der nur am 1. September jeden Jahres eine Messe stattfindet.

Im Zentrum des Tumulus wurde bei Untersuchungen eine zentrale, allseits geschlossene Megalithkammer freigelegt. Auf dem Steinboden sind Reste von Bestattungen gesichert worden. Hierbei handelt es sich um Brandbestattungen. Neben 39 Steinbeile, meist aus Jadeit,  zählen zehn Anhänger und eine Kette mit 97 Perlen aus Callaïs sowie Reste einer Perlenkette aus einer Art Elfenbein zum Fundspektrum. Um die kammer herum sind 13 kleinere Steinkisten angeordnet. Sie enthielten Reste verbrannter und unverbrannter Tierknochen. Südlich der Hauptkammer liegt eine etwas kleinere Kammer mit vorgebauten Gang. Die, die Anlagen umgebene, kreisrunden Mauer umgeben, bildet eine Art Gewölbe.

Am östlichen Ende des Hügels würd eine weitere Kammer mit einem nach Norden weisenden Zugang lokalisiert. Vier Deckplatten wurden von acht Tragsteinen gestützt und der Boden war mit Kieselsteinen gepflastert. Als Funde sind zwei Tongefäße, eine kleine Bronzeglocke (evtl. aus der Hallstattzeit), Silexabschläge und Holzkohle zu nennen. Vermutlich handelt es sich bei dieser Kammer um eine spätere Nachbestattung.

St. Michel (Quelle: Alexandra Südekum)

St. Michel (Quelle: Alexandra Südekum)

Grabhügel St. Michel, Kapelle (Quelle: Alexandra Südekum)

Grabhügel St. Michel, Kapelle (Quelle: Alexandra Südekum)

St. Michel (Quelle: Alexandra Südekum)

St. Michel (Quelle: Alexandra Südekum)

Weitere Informationen folgen…